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Bonn: Professor kann Promotionsbetreuung wegen Mangel an Vertrauen beenden

Bonn : Professor kann Promotionsbetreuung wegen Mangel an Vertrauen beenden

Promovierende sollten sich mit ihrem Doktorvater gut stellen. Denn nur weil er eine Promotion angenommen hat, muss er sie nicht bis zum Ende betreuen.

Vielmehr kann er bei Zerstörung der Vertrauensbasis das Betreuungsverhältnis auflösen, berichtet die Zeitschrift „Forschung & Lehre” (Ausgabe 12/2016). Sie bezieht sich auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Trier (Az.: 6 K 3718/15.TR).

In dem verhandelten Fall hatte eine Doktorandin gegen die Auflösung ihres Betreuungsverhältnisses geklagt. Ihr Doktorvater hatte ihr 2015 schriftlich mitgeteilt, dass er das Betreuungsverhältnis beende. Seit 2010 war es zwischen ihr und dem Betreuer zu Konflikten gekommen. Ihr Doktorvater hatte sie zunächst mehrmals abgemahnt, weil Arbeitsanweisungen nicht befolgt wurden. Die Doktorandin klagte daraufhin auf Schadenersatz und warf ihrem Betreuer erhebliche Verfehlungen vor. Die Klage wurde abgelehnt, der Doktorvater betreute die Doktorandin zunächst weiter. Nach zwei Jahren löste er das Verhältnis dann aber auf, weil die Vertrauensbasis endgültig zerstört sei.

Die Doktorandin klagte - jedoch ohne Erfolg. Die Richter stellten fest, dass das Betreuungsverhältnis bei einer Promotion eine enge Zusammenarbeit zwischen Doktorvater und Promovend erfordere. Dafür brauche es eine Vertrauensbasis. Ist diese Basis zerstört, könne ein Betreuer das Vertrauensverhältnis auflösen. Hier sei nicht zuletzt durch die Schadenersatzklage das Vertrauensverhältnis zerstört worden. Dass der Betreuer die Beziehung erst später beendet hat, ändere daran nichts.

(dpa)