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Düsseldorf: Pinkwart peilt Rekordmarke bei Erstsemestern an

Düsseldorf : Pinkwart peilt Rekordmarke bei Erstsemestern an

Trotz Studiengebühren steuert Nordrhein-Westfalen auf eine Rekordmarke bei den Einschreibungen an seinen Hochschulen zu. Das gab NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag in Düsseldorf zum Start des Wintersemesters 2008/2009 bekannt.

Nach ersten vorliegenden Zahlen sei erstmals in einem Wintersemester mit über 70 000 Erstsemestern zu rechnen. Dies seien 5100 oder 7,7 Prozent mehr Studenten als im vergangenen Wintersemester.

Pinkwart rechne sich die Zahlen schön, kommentierte die Opposition die Zwischenbilanz des Ministers. Tatsächlich entspreche der Anstieg bei den Studienanfängern lediglich dem Anstieg der Zahlen bei den Studienberechtigten, betonten die Grünen. „Ein mageres Ergebnis”, urteilte auch die SPD über die Hochschulpolitik der Landesregierung.

Pinkwart appellierte an die Hochschulen, mehr als bisher von ihren Möglichkeiten Gebrauch zu machen, Studierende nicht allein nach Noten auszusuchen. Das Hochschulrecht sehe dies ausdrücklich vor. Allerdings werde es kaum ausgeschöpft.

Die Zahl der Studiengänge mit Numerus-Clausus-Beschränkung sei in den vergangenen beiden Jahren beständig gesenkt worden auf nunmehr 37 Prozent. In NRW erreichen mit 53 Prozent eines Abschlussjahrgangs überdurchschnittlich viele Schüler die Hochschulreife. Bundesweit sind es nur 41 Prozent. Allerdings nähmen nur 69 Prozent in NRW tatsächlich ein Studium auf. Ziel sei es, diese Quote auf 75 Prozent anzuheben, sagte Pinkwart.

Auf Rekordkurs sei NRW auch bei der Zahl der Nachwuchs-Akademiker, die ihr Studium erfolgreich abschließen. Die Absolventenzahl stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 11 Prozent auf 63.400. Eine höherer Wert sei seit der 1993 begonnenen Erfassung der Absolventenzahl nie erreicht worden, sagte der Minister.

Insgesamt sind nun rund 475.000 Studierende an den 60 öffentlichen und privaten Hochschulen des Landes eingeschrieben, berichtete Pinkwart. Das seien etwa 13.000 oder 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwischen 2007 und 2020 sollen in NRW 186.000 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden - 26.000 schon bis Ende 2010. Der Hochschulexperte der SPD-Landtagsfraktion, Karl Schultheis, hält das Ziel für unrealistisch.

Pinkwart gab eine Studienplatz-Garantie für den Abiturienten-Doppeljahrgang 2013 ab. Jeder Abiturient, der studieren wolle und über die entsprechenden Voraussetzungen verfüge, werde einen Studienplatz in NRW antreten können, versicherte der Vize-Regierungschef. Das bedeute allerdings nicht, dass jedes Fach am Wunsch-Ort studiert werden könne. Schultheis nannte die Garantie haltlos.

Amtliche Zahlen für das Wintersemester 2008/2009 werden erst im Juni vorliegen; zuvor gibt es im Dezember eine Zwischenmeldung des Statistischen Landesamts. „Viele bewerben sich für mehrere Studiengänge an mehreren Hochschulen”, erläuterte Pinkwart. Eine Frau habe sich allein an der Universität Bochum für 35 Studiengänge beworben. „Sie erhielt 21 Zusagen und nahm letztlich keine an.”