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Düsseldorf: NRW: Lehrerberuf wird wieder beliebter

Düsseldorf : NRW: Lehrerberuf wird wieder beliebter

Der Lehrerberuf wird in NRW wieder beliebter. Mit 10 843 Studienanfängern registrierten die Hochschulen im vergangenen Semester einen Anstieg um 28 Prozent.

Vor allem in den Mangelfächern Englisch, Mathematik, Physik und Technik hätten Studienanfänger später „außerordentlich gute Chancen” auf eine feste und gut bezahlte Stelle, warb NRW-Schulministerin Gabriele Behler (SPD) am Montag in Düsseldorf für den Lehrerberuf.

Es sei kein Geheimnis, dass es mittelfristig in Deutschland Nachwuchsprobleme in bestimmten Schulfächern geben werde. Wegen der hohen Zahl von Pensionierungen will NRW in den kommenden Jahren jeweils rund 6000 Lehrer einstellen.

Experten führen die Zunahme an Lehramtsstudenten nicht zuletzt auf die Konjunkturkrise mit den wachsenden Schwierigkeiten von Hochschulabgängern auf dem Arbeitsmarkt zurück.

NRW erprobt zweistufiges Studium

Als erstes Bundesland steigt NRW zum Wintersemester an den Universitäten Bielefeld und Bochum in einen Modellversuch mit einer zweistufigen Lehrerausbildung ein.

Studenten können nach einem sechssemestrigen Fachstudium einen international anerkannten Bachelor-Abschluss ablegen und in einem zweiten Teil (Master-Abschluss) über ein zwei- bis viersemestriges Aufbaustudium die Befähigung zum Lehramt erwerben.

Dies hält Studenten bis zum sechsten Semester die Möglichkeit offen, sich für einen Absprung in die Wirtschaft oder für den Schuldienst zu entscheiden.

Der Rektor der Uni Bielefeld, Dieter Timmermann, verwies auf ein erhebliches Interesse bei Abiturienten auch aus anderen Bundesländern für ein zweigestuftes Studium. Er sprach sich dafür aus, ein Assistenzjahr oder Praxissemester zwischen den Bachelor- und Masterabschluss zu legen, damit Studenten in der Schule testen könnten, ob sie überhaupt Lehrer werden wollten.