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Düsseldorf: NRW-Firmen gehen die Ingenieure aus

Düsseldorf : NRW-Firmen gehen die Ingenieure aus

Der Wirtschaft in NRW gehen die Ingenieure aus. Während vor zehn Jahren 11.000 Ingenieure das Studium abschlossen, waren es 2004 nur noch 8000.

Bereits jeder zweite Studienanfänger bricht sein Ingenieurstudium ab. Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) will deshalb mehr Schüler für ein Technik-Studium begeistern.

Nach Angaben Pinkwarts gehen bundesweit jährlich 40.000 Ingenieure in Rente. Gleichzeitig beenden nur 30.000 Ingenieure ihr Studium.

Deshalb werde sich der Ingenieurmangel in den nächsten Jahren drastisch erhöhen, warnte Pinkwart. Vor allem im Maschinenbau und der Elektrotechnik suchen Firmen nach gut ausgebildeten Absolventen.

Bereits heute können nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure 3300 Stellen für Ingenieure nicht besetzen.

In der Elektrotechnik sank in NRW in nur zehn Jahren die Zahl der Absolventen von 3400 auf 1600, im Maschinenbau von 4800 auf 2700 und in der Chemie von 2100 auf 1200. „NRW kann aber langfristig nur erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln”, sagte Pinkwart. Dazu brauche NRW Tüftler.

Der Minister kritisierte gestern, dass Schüler im Unterricht zu wenig Kontakt zur Technik haben. Deshalb müsse der Technik-Unterricht ausgeweitet werden, um die Neugier zu wecken. Derzeit böten aber nur 30 Gymnasien in NRW Technik-Unterricht an.

Die Initiative „Zukunft durch Innovation”, die an eine Initiative der Vorgängerregierung anschließt, will Schulklassen mehr Einblick in Forschungseinrichtungen und Hochtechnologie-Firmen bieten. Außerdem wurde mit Hilfe von Sponsoren ein Schülerkalender herausgegeben, der über Studiengänge, Erfindungen und High-Tech-Produkte informiert.

Schüler können an den Unis Münster, Aachen, Bielefeld, Duisburg-Essen und an der FH Meschede an Roboter-Wettbewerben teilnehmen.

Pinkwarts drängte darauf, dass der Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften verbessert wird. Die hohe Zahl der Studienabbrecher in den Ingenieurwissenschaften zeige, dass viele Abiturienten nicht über das nötige Rüstzeug verfügten. Außerdem sollten sich die Hochschulen intensiver um ihre Studenten kümmern.

Schon jetzt sei aber ein neues Denken erkennbar, weil die Unis nicht mehr nach der Zahl der Studenten, sondern nach der Zahl der Absolventen vom Land finanziert würden. Pinkwart sprach sich für einen stärkeren Praxisbezug des Studiums durch die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen sowie mehr Praktika für Studenten aus.