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Aachen: Neues Institut führt Kernfächer wieder zusammen

Aachen : Neues Institut führt Kernfächer wieder zusammen

Bei der Fachgruppe Chemie an der RWTH ist in den letzten Jahren ein regelrechter Bauboom ausgebrochen: Seit Beginn des vergangenen Jahrzehnts werden dort in insgesamt fünf Bauabschnitten mehr als 24 Millionen Euro für die Sanierung der vorhandenen und den Bau neuer Gebäude investiert.

Jetzt bekommt die Physikalische Chemie auf dem Königshügel ein neues Domizil, dessen Bau nun mit dem ersten Spatenstich begonnen wurde. Bereits Anfang 2004 sollen die 2776 Quadratmeter Nutzfläche an der Professor-Pirlet-Straße bezugsfertig sein.

Dass dieses ehrgeizige Ziel erreicht wird liegt auch im Interesse des Bauherren und späteren Vermieters, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB). „Wir bekommen die Miete erst, wenn die Hütte fertig ist”, meinte Harald Lange vom BLB gutgelaunt.

Das moderne Gebäude wächst vis-à-vis der bereits seit den fünfziger Jahren bestehenden Bauten der Chemiker aus der Wiese, an denen derzeit ebenfalls kräftig saniert wird.

Ministerialdirigent Helmut Mattonet vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW bedankte sich bei den Mitarbeitern und Studierenden der Chemie, die seit Jahren „zusammengerückt sind”. „Da hilft nur der Trost, dass der Baulärm Zukunftsmusik ist”, warb er um Verständnis

Der Vertreter des Ministeriums unterstrich die Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung durch den Bund, der rund 50 Prozent der Baukosten von 13,2 Millionen Euro beisteuert.

Als Planer wurden Professor Volkwin Marg von der RWTH und das Team seines Architekturbüros gewonnen. Schon vor zwei Jahren habe es eine Machbarkeitsstudie gegeben. „Das bedeutete ja noch lange nicht, dass man dann auch macht”, freute er sich jetzt über den Baubeginn.

Der Bau, mit dem seit 50 Jahren erstmals die Kernfächer der Chemie räumlich wieder zusammengeführt werden, beherbergt nicht nur modernste Labore, Hörsäle und Büros, sondern auch einen Ausbildungsbereich für die Chemielaboranten.

Prorektor Professor Rolf Roissant, zuständig für Finanz- und Bauangelegenheiten der Hochschule, verwies auf die steigenden Zahlen bei den Chemiestudenten: In den letzten zwei Jahren seien 80 Prozent hinzugekommen. „Wenn der Trend so weiter geht, wird es vielleicht auch einen Bauabschnitt sechs, sieben, acht geben”, blickte er in die Zukunft.

Ein Gebäude mit moderner Ausstattung, neuester Sicherheits- und Labortechnik erhofft sich Professor Manfred Martin als Institutsdirektor von dem neuen „Institutszuhause”.

Allerdings hat er die Hoffnung auf eine Cafeteria am Königshügel noch nicht aufgegeben. Der bisherige Standort der Physikalischen Chemie am Templergraben, wird übrigens der benachbarten Bibliothek zu Gute kommen.