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Aachen/Jülich: Neue Wege der Eliten-Ausbildung

Aachen/Jülich : Neue Wege der Eliten-Ausbildung

So ein Kind hat nur die Chance super zu werden. Bei diesen Eltern. Am Montag geben die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich die Geburt ihres Tochter-Unternehmens „German Research School for Simulation Sciences” (GRS) bekannt.

Was übersetzt Forschungsschule für Simulations-Wissenschaften heißt, bedeutet nicht nur eine neue Qualität in der Elite-Ausbildung. Es ist vielmehr auch ein kräftiger Schritt auf die künftige deutsche Wissenschaftslandschaft zu. „Ein Modell für eine vollkommen neue Form der universitären Ausbildung in Deutschland”, schwärmt Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Die GRS ist eine Post-Graduierten-Schule. Das heißt, sie führt Studierende nach (post) einem hervorragenden ersten Abschluss (Bachelorgrad) in zwei Jahren zum nächsten Grad (Master) oder zur Promotion (Doktorgrad).

Das Besondere im Vergleich zur gewöhnlichen Ausbildung: Die Studenten werden in kleinen Gruppen betreut; erfahrene Mentoren beraten sie ständig; sie bekommen Praktika in ausgesuchten Betrieben; sie sind direkt an der Forschung beteiligt. Beginnen wird der Betrieb im Herbst. Nach einem Anlauf von bis zu zwei Jahren sollen pro Jahrgang 50 Master-Studenten und bis zu 50 Promotions-Studenten angenommen werden.

Inhalt des für den internationalen Markt ausgerichteten und ganz in Englisch gehaltenen Studiums ist eine der künftigen Schlüsselkompetenzen von Forschung und Wirtschaft überhaupt.

Noch näher zusammen

Die mathematische Simulation von Vorgängen in Natur und Technik mithilfe von Höchstleistungsrechnern (Supercomputer) erweitert wesentlich das Verständnis von natürlichen Prozessen in Biologie, Chemie oder Medizin und macht hochkomplexe Konstruktionen der Ingenieure erst möglich, zum Beispiel im Flugzeug- und Autobau. Der Lehrplan umfasst die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung wie die anwendungsorientierten Ingenieurswissenschaften.

Die RWTH und das Forschungszentrum schmieden also ihre besten Kompetenzen zusammen und nutzen für diese Eliteausbildung ihr ausgezeichneten Ressourcen. Unterrichtet wird in Jülich und in Aachen, künftig auch in eigenen Gebäuden.

Zehn Professoren und zehn weitere Wissenschaftler werden die Lehre bestreiten, vier Lehrstühle sollen eingerichtet werden. Die German Research School ist rechtlich eine gemeinnützige GmbH.

Angestrebt wird eine Beteiligung von Partnern aus der Wirtschaft. Die Kosten von rund sechs Millionen Euro pro Jahr tragen zu gleichen Teilen FZ, TH, Helmholtz-Gemeinschaft, Land NRW sowie das Bundesbildungsministerium.

„Mit der GRS wird die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen RWTH und Forschungszentrum um einen wichtigen Baustein erweitert”, sagt RWTH-Rektor Burkhard Rauhut. Dass diese „Kräftebündelung und Stärkung der Wissenschafts- und Technologieregion Aachen” nicht hier sondern in Berlin vereinbart wird, liegt auch daran, dass die vielreisenden Chefs dort Montag ohnehin einen gemeinsamen Termin haben. Thema: Supercomputer.