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Aachen: Mehr Platz für krebskranke Kinder

Aachen : Mehr Platz für krebskranke Kinder

Die einen nennen sie den roten Faden. Für die anderen ist sie wie der blaue Kaschmir-Pullover, der Wärme spendet: Marlies Hambücker, stellvertretende Vorsitzende im Förderkreis „Hilfe für Krebskranke Kinder”.

Seit 25 Jahren gehört sie nach eigenen Angaben zum Inventar des Universitätsklinikums und agiert dort als wichtiges Bindeglied zwischen betroffenen Eltern und der Klinik.

Jetzt hat Marlies Hambücker und ihr Kollege Werner Harwardt, Vorstandsvorsitzender des Förderkreis, allen Grund zur Freude: Nach sechs Monaten des Planens und Umbauens kann jetzt die onkologische Kinderstation im Klinikum ihre neue Bleibe einweihen.

Mit Spendenmitteln von über einer halben Million Euro hat die Kinderkrebsstation einen größeren und helleren Bettenflur bezogen. „Schon allein das Tageslicht, das jetzt die Arbeit der Mitarbeiter und den Alltag der Patienten begleitet, bringt eine ganz andere Atmosphäre”, sagt Oberärztin Lisa Lassay. „Doch auch der neugewonnene Raum ermöglicht uns ein anderes Arbeiten.”

Zirka 40 bis 50 Prozent mehr Platz und damit ein Warte- und ein Spielzimmer, ein zusätzlicher Untersuchungsraum, eine direkte Anbindung zum Spielplatz, ein Stationszimmer für die Ärzte und angemessene Lagermöglichkeiten stehen der Kinderonkologie auf der vierten Etage in Flur 4 nun zur Verfügung.

Neben der optischen Veränderung - die Klinikfarben orange, gelb, grün wurden von der Krefelder Architektin Bettina Bickert aufgegriffen und kindgerecht umgesetzt -, trägt auch die Ergänzung der Tagesklinik zur Verbesserung bei. Hier werden ab sofort Kinder zur ambulanten Behandlung in einem separaten Bereich betreut, bis sie am Nachmittag wieder nach Hause dürfen. „Das Engagement des Elternvereins ist wirklich beispiellos”, sagt Norbert Wagner.

Ob man das Geld nicht besser hätte einsetzen können? Der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums verneint. „Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir den Umzug und die damit verbundene Renovierung nicht finanziert hätten, wenn wir dafür an anderer Stelle hätten sparen müssen”, sagt Werner Harwardt. Das heißt: Die 500.000 Euro sind eigens dafür zusammengetragene Spenden. „Es soll nicht snobistisch klingen, aber wir haben ganz bewusst keine Möbel aus dem Katalog gewählt, sondern eigens für unsere Ansprüche entworfene Stücke einer Manufaktur ausgesucht”, sagt Marlies Hambücker.

So angenehm wie möglich

Und so besitzt die neue Station neben der Funktionalität einer sterilen Krankenhaus-Einrichtung auch gemütliche Sitzgelegenheiten und farbige Vorhänge. „Wir möchten den Kindern und auch den Eltern ihren Aufenthalt hier so angenehm wie möglich machen”, sagt Lassay und bedankt sich für die Konstanz des roten Fadens und die Wärme des Kaschmir-Pullovers - für den Einsatz von Hambücker und dem Förderkreis.

Die Aufgaben des Förderkreises

Der Förderkreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, von Krebs im Kindesalter betroffenen Kinder mitsamt ihren Familien zu beraten.

Die Beratung im Umgang mit Ämtern, Kindergärten, Schulen und Lehrstellen, aber auch die finanzielle Hilfe der Familien mit außergewöhnlicher Belastung stehen auf der Aufgabenliste.

All das kostet viel Geld. Der Verein finanziert die Hilfe durch die Beiträge der Fördermitglieder und Spenden.

Spendenkonto: Hilfe für krebskranke Kinder e.V. Aachen, Sparkasse Aachen BLZ 39050000, Kontonummer 2808.