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Aachen: Lasertechnik: „Potenzial pur”für deutsche Industrie

Aachen : Lasertechnik: „Potenzial pur”für deutsche Industrie

Härten, legieren, beschichten, biegen, fügen, schweißen, löten, bohren, reinigen oder schneiden: Der Laser ist ein Universal-Werkzeug in der industriellen Fertigung.

Und wirtschaftlich „Potenzial pur”, so das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT ) an der RWTH Aachen. Doch die Möglichkeiten sind „bei weitem noch nicht ausgeschöpft”, stellte Christian Koerber von Kienbaum Management Consultants, Düsseldorf, auf dem Aachener Kolloqium für Lasertechnik (AKL ´06) fest.

Die deutsche Branche ist, so ILT-Leiter Prof. Reinhart Poprawe, „gut im Markt positioniert”, der Weltmarktanteil bei industriellen Laserstrahlquellen belaufe sich auf rund 40 Prozent. Seit Ende der 80er Jahre gilt die Bundesrepublik in vielen Bereichen der Lasertechnik als internationaler Technologieführer.

Die Aussichten sind gut: Der weltweite Markt für Lasersysteme hatte 2004 ein Volumen von 4, 65 Milliarden Euro. 2010 dürfte der Systemmarkt rund 9,6 Milliarden Euro ausmachen.

Die dominierende Stellung der deutschen Hersteller beruhe, so Peter Leibinger, geschäftsführender Gesellschafter des Branchenriesen Trumpf, Ditzingen, auf der „erfolgreichen Verbundforschung”, die Unternehmen und Hochschulinstitute leisteten. Doch es gebe „Dinge, die wir nicht alleine stemmen können”.

Hier biete die im Dezember 2005 gegründete europäische Technologieplattform „Photonics21” eine „echte Chance”, so Poprawe, „einen europäischen Nutzen zu generieren”. Voraussetzung ist aber für Leibinger, dass sich die EU Kommission auf die Qualität der Projekte statt auf den üblichen nationalen Proporz konzentriere und die hierzulande bewährte „Direktheit” von Wirtschaft und Wissenschaft gewahrt bleibe.

Für das Aachener ILT, ein „umsetzungsorientiertes” Institut, sieht Poprawe, dass die Forschungseinrichtung dann darunter leiden könnte, dass sich die Brüsseler Vergabekriterien eher an den üblichen Maßstäben der Grundlagenforschung orientierten könnten. Das ILT mit rund 300 Mitarbeitern gilt als eine Hochburg der Auftragsforschung und Entwicklung.

Die internationale Vorrangstellung der deutschen Hersteller ist, so der Branchenindustrieverband Spectaris, durch ihre Innovationsstärke bedingt. Ein Grund hierfür ist die konsequente öffentliche Förderung der optischen Technologien in den letzten Jahren.

Ins Rampenlicht rückte auf dem AKL aber auch die Nachwuchswerbung: Etwa 500 Schülern aus der Region wurde die „Faszination Licht” näher gebracht - mit einer Ausstellung und 17 ganztägigen Workshops in Unternehmen und Instituten.