Karlsruhe: Karlsruhe begrenzt Lehrfreiheit von Hochschulprofessoren

Karlsruhe: Karlsruhe begrenzt Lehrfreiheit von Hochschulprofessoren

Das Bundesverfassungsgericht hat Grenzen für die Lehrfreiheit von Hochschulprofessoren gezogen. Hochschulen dürften ihren Professoren grundsätzlich auch fachfremden Unterricht abverlangen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Grundsatzbeschluss des Ersten Senats.

Dadurch werde das Grundrecht von Hochschullehrern auf Wissenschaftsfreiheit generell nicht verletzt.

Die Lehre gehöre zu den dienstlichen Pflichten von Hochschulprofessoren, betonten die Karlsruher Richter. Daher seien Entscheidungen der Hochschulorgane über die „inhaltliche, zeitliche und örtliche Koordination” der Lehre grundsätzlich zulässig. Dies gelte auch für Entscheidungen zur Verteilung und Übernahme von Lehrverpflichtungen. Eine „unbeschränkte Möglichkeit” für die Hochschulorgane, einem Professor fachfremden Unterricht abzuverlangen, würde dessen Lehrfreiheit jedoch nicht mehr gerecht.

Die Verfassungsbeschwerde eines Professors für Vermessungskunde an der Hochschule Wismar wurde verworfen. Der Diplomingenieur war im Dezember 2005 vom Hochschulrektor angewiesen worden, ab Sommersemester 2006 auch Lehrveranstaltungen Fach Darstellende Geometrie abzuhalten. Der Professor wehrte sich gegen die Anweisung. Er argumentierte, die Darstellende Geometrie gehöre nicht zum Fach Vermessungskunde. Er scheiterte aber bislang im Eilverfahren vor den Verwaltungsgerichten, da diese die Darstellende Geometrie als Grundlagenfach der Vermessungskunde bewerteten.

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