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Gütersloh: Internationaler Doppelabschluss verbessert Jobchancen

Gütersloh : Internationaler Doppelabschluss verbessert Jobchancen

Studenten haben zunehmend die Möglichkeit, einen internationalen Doppelabschluss zu erwerben. Dabei wird ein Teil des Studiums an einer Universität im Ausland absolviert, mit der die Hochschule in Deutschland ein entsprechendes Kooperationsabkommen unterzeichnet hat.

Am Ende des Studiums bekommen die Absolventen zwei Diplome beziehungsweise Bachelor- oder Master-Abschlüsse. „Das Angebot nimmt eindeutig zu”, sagte Uwe Brandenburg vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Ein klarer Vorteil solcher Studiengänge sei, dass die Studierenden keine Probleme haben, Leistungen ihres Auslandsstudium anerkennen zu lassen.

Außerdem sei in der Regel auch der Lerneffekt größer, wenn der Studiengang von vorneherein auf zwei Abschlüsse angelegt ist. „Der ganze Ansatz solcher Programme ist im Vergleich zu individuell organisierten Auslandssemestern runder”, sagte Brandenburg.

Üblicherweise gäben sich Hochschulen mit derart aufwendig konzipierten Studiengängen auch tatsächlich Mühe. Sinnvoll sei aber in jedem Fall, sich über die verschiedenen Studienangebote zu informieren - beispielsweise bei Studenten oder Absolventen, die damit bereits Erfahrungen gemacht haben.

Der Doppelabschluss sei zurzeit der zu empfehlende Mittelweg. „Nur ein Abschluss von mehreren Hochschulen ist leider immer noch rechtlich problematisch”, sagte Brandenburg. Kooperationen deutscher Hochschulen mit Frankreich für ein Doppelstudium gebe es schon lange.

Etliche Hochschulen haben inzwischen aber auch Studiengänge mit Doppelabschluss in Zusammenarbeit mit asiatischen Partnern angekündigt. So will die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt mit der Tongji Universität in Shanghai einen Doppelabschluss in Internationaler Betriebswirtschaftslehre anbieten.

Die Fachhochschule Erfurt arbeitet für einen Doppelabschluss in Architektur mit einer Partnerhochschule im indonesischen Bandung zusammen. Die Universität in Leipzig führt zum nächsten Wintersemester den Studiengang International Energy Economics ein - Absolventen erhalten gleichzeitig einen Abschluss des Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen in Moskau.

So ein Studium, bei dem die Studenten in der Regel für mindestens ein Jahr ins Ausland gehen, ermögliche, unterschiedliche Lern- und Forschungsansätze kennenzulernen, sagte Brandenburg. Am besten seien Angebote, bei denen die Hälfte der Studienzeit an der Partnerhochschule im Ausland geplant ist.

Absolventen könnten mit einem Doppelabschluss in jedem Fall bei Arbeitgebern im Ausland punkten. „Da zählt manchmal der deutsche Abschluss sogar weniger.” Aber auch für international tätige Unternehmen in Deutschland sei das in der Regel eine gefragte Qualifikation.

Nicht übersehen werden sollte, dass Studiengänge mit Pflichtstationen im Ausland den Studenten einiges abverlangen - in aller Regel auch die Teilnahme an Veranstaltungen in einer Fremdsprache. „Das ist in Asien oft Englisch”, sagte Brandenburg. „Aber wer in Vietnam studiert, sollte möglichst auch Vietnamesisch lernen.”