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Aachen: Im Teddy-Krankenhaus hat niemand Angst

Aachen : Im Teddy-Krankenhaus hat niemand Angst

„Jeder, der ein krankes Kind hat, weiß, wie sehr man hofft, dass die Forschung Fortschritte macht.”

Mit diesen Worten eröffnete Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt den „Tag der Gesundheitsforschung” am Aachener Universitätsklinikum.

Sie sprach damit den zahlreichen Eltern aus der Seele. Der erste Tag dieser Art fand gleichzeitig an allen Universitätskliniken Deutschlands statt. In Aachen wollte man nicht den gesamten Umfang der Forschung präsentieren, sondern hatte sich auf den Schwerpunkt „Forschung für gesunde Kinder” spezialisiert.

Wie vielfältig diese ist, zeigten schon die Vortragsthemen. „Sprachvermögen und Bildungserfolg” stand zum Beispiel ebenso auf dem Programm wie „Übergewicht: Fehlprogrammierung oder Überfluss”.

Aber da für Kinder nichts langweiliger ist, als theoretische Vorlesungen, gab es eine Reihe von interaktiven Angeboten. Bei Konzentrations-, Hör- oder Lesetests, Überprüfungen der Lunge oder des Blutdrucks konnten sie und ihre Eltern viel über den Körper erfahren.

Für die Kleinsten war das Teddybär-Krankenhaus die Hauptattraktion: Ob Lämmchen, Hund oder Teddy - alle wurden intensiv von Studierenden der medizinischen Fakultät untersucht. „Kinder haben meist Angst vor Ärzten. Aber hier sind sie Beschützer und sehen, dass es dem Teddy nicht wehtut”, erklärt „Dr. Teddy” Inga Schumacher den Lerneffekt. Das nehme ihnen die Angst.

Prof. Christiane Neuschäfer-Rube, Direktorin der Klinik für Phoniatrie, Pädaudiologie und Kommunikationsstörungen, zeigte, wie wichtig ihre Forschung für den schulischen Erfolg von Kindern sein kann: „22 Prozent der deutschen und 50 Prozent der Migrantenkinder sind schon sprachauffällig.”

Malte Kob, wissenschaftlicher Mitarbeiter, demonstrierte ein Computerprogramm, mit dem der Stimmumfang gemessen werden kann. Gibt es hier Auffälligkeiten, wird das Kind an einen Logopäden verwiesen. „Wir haben den Vorteil, dass wir nicht erst an eine Klinik gehen müssen, um das Gerät zu testen”, nannte Kob den großen Vorzug der Verzahnung zwischen Forschung an der TH, dem Klinikum und dem Krankenhausbetrieb.

Biologe Holger Fuchs präsentierte erste Ergebnisse im Bereich nachgezüchteter Herzklappen aus körpereigenem Gewebe, an denen das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung derzeit forscht.

„Es geht ja auch um die Verteilung von Forschungsgeldern”, begründete der Direktor der Kinderklinik, Prof. Gerhard Heimann, den Sinn einer solchen Präsentation. Man wolle der Politik, aber auch den Wählern, die mit ihren Steuern diese Forschung zu einem großen Teil mitfinanzieren, zeigen, wofür die Gelder eingesetzt werden.