Berlin: Hochschulen fordern mehr Entscheidungshilfen bei Studienwahl

Berlin: Hochschulen fordern mehr Entscheidungshilfen bei Studienwahl

Die Hochschulen wünschen sich angesichts der riesigen Fülle an Studienangeboten mehr Entscheidungshilfen für junge Leute. In Deutschland gebe es fast 6.000 Bachelor-Studienangebote und fast 6.000 Master-Studienangebote, sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, am Freitag auf der zweiten nationalen Bologna-Konferenz.

Junge Leute bräuchten Unterstützung, um diese enormen Wahlmöglichkeiten auch zu nutzen.

Die Studienberatungsstellen an den Hochschulen allein könnten das nicht leisten, sagte Wintermantel. Sie appellierte an die Länder, Jugendliche schon an den Schulen mehr auf die Studienwahl vorzubereiten. Wintermantel sieht außerdem Nachbesserungsbedarf bei den Studieninhalten und der Möglichkeit, innerhalb Deutschlands die Hochschule zu wechseln.

Viele Studiengänge entwickelten sich extrem schnell weiter, es gebe dort geradezu eine Wissensexplosion. Diese Inhalte müssten vernünftig auf die zweistufige Studienstruktur von Bachelor und Master eingeteilt werden. Die Studiengänge dürften nicht überfrachtet werden.

Außerdem müsse es liberalere Anerkennungsverfahren geben, um in einem Fach zwischen verschiedenen deutschen Hochschulen einfacher wechseln zu können. „Die Ziele von Bologna sind gut, aber die Umsetzung ist schwierig”, sagte Wintermantel. Es gebe „noch einiges zu tun”. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchef Bernd Althusmann (CDU), sagte, die Länder hätten bereits auf die Kritik der Studenten reagiert, Prüfungsordnungen geändert, Workshops und Konferenzen veranstaltet und die Studienbedingungen verbessert. In den vergangenen Monaten habe sich viel getan.

Auf der Bologna-Konferenz berieten Vertreter von Bund, Ländern, Hochschulen und Studentenschaft, aber auch von Gewerkschaften und aus der Wirtschaft über Fortschritte und Probleme beim neuen System von Bachelor- und Master-Studiengängen. Die Hochschulreform - Bologna-Prozess genannt - läuft seit einigen Jahren, um die Studienabschlüsse in Europa zu vereinheitlichen. In Deutschland verlief der Übergang jedoch holprig und löste heftige Studentenproteste aus.

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