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Bremen: Frauen haben es in der Forschung schwer

Bremen : Frauen haben es in der Forschung schwer

Frauen haben es in der Forschung immer noch schwerer als Männer - inzwischen gibt es an den Hochschulen aber etliche Förder- und Mentoringprogramme.

„Professorinnen sind in Deutschland immer noch in der Minderheit”, sagte Bettina Schweizer von der Arbeitsstelle für Chancengleichheit an der Universität Bremen in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Die speziellen Förderangebote könnten aber helfen, den weiblichen Nachwuchs auf der wissenschaftlichen Karriereleiter voranzubringen.

Laut dem Statistischem Bundesamt in Wiesbaden lag der Anteil der Frauen bei den hoch dotierten C4-Professuren im Jahr 2007 gerade einmal bei zehn Prozent. Einer der Gründe, warum Frauen schlechtere Aussichten in der Wissenschaft haben, liegt nach Ansicht von Schweizer in althergebrachten Strukturen an den Hochschulen: „Noch immer werden deutlich mehr männliche Nachwuchswissenschaftler von ihren Professoren gefördert und in die engeren wissenschaftlichen Zirkel eingeführt als Frauen”, sagte die Diplom-Padägogin.

Frauen werde häufig der Zugang zu - männlich dominierten - Netzwerken erschwert. Dies geschehe in den meisten Fällen nicht einmal bewusst. Erste Vorstöße von renommierten Wissenschaftlern, Quoten beispielsweise bei der Vergabe von Fördergeldern einzuführen, seien bislang im Sande verlaufen.

Doch das Ziel einer akademischen Karriere muss nicht zwangsläufig die Professur sein. „Es gibt vielfältige Möglichkeiten für Wissenschaftlerinnen, auch flankierend zur Wissenschaft tätig zu werden”, sagte Schweizer. Zahlreiche interessante Berufsfelder gebe es beispielsweise in der Industrie und Wirtschaft, aber auch im Mittelbau von Forschungsinstituten oder EU-Einrichtungen. Wichtig sei aber, dass Frauen schon früh nach beruflichen Alternativen auch außerhalb des universitären Lehrbetriebs Ausschau halten, rät die Expertin.

Um im wissenschaftlichen Betrieb vorwärtszukommen, müssten Frauen von sich reden machen, empfiehlt Schweizer. „Wir raten den Frauen, beispielsweise auf Fachtagungen immer mit dabei zu sein und mindestens drei Redebeiträge zu bringen.” Viele Frauen seien aber im Unterschied zu Männern viel selbstkritischer und trauten sich häufig Dinge nicht zu. Mentoringprogramme wie das der Universität Bremen versuchten Frauen daher zunächst dabei zu helfen, sich über die eigenen Ziele klar zu werden. „Viele merken erst da, was sie eigentlich wollen.”

Am Dienstag wurde auf einer Konferenz zum Thema „Lust auf wissenschaftliche Karriere” in Berlin die vom Bundesbildungsministerium geförderte Online-Plattform Kisswin.de freigeschaltet. Auf ihr sollen Studenten, Doktoranden und angehende Wissenschaftler zu beruflichen Fragen und Fördermöglichkeiten beraten werden.