Gütersloh: Experte: Es studieren mehr Abiturienten als man denkt

Gütersloh: Experte: Es studieren mehr Abiturienten als man denkt

Hochschulexperten sind Befürchtungen entgegengetreten, dass zu wenige Abiturienten in Nordrhein-Westfalen studieren. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte am Dienstag erklärt, dass nur 30 Prozent der Berechtigten direkt ein Studium aufnähmen.

Auch danach steige diese Quote nicht mehr wesentlich. Der Universitätsexperte Christian Berthold vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann Stiftung betonte dagegen am Donnerstag: „Insgesamt dauert es mehrere Jahre, bis die Studierenden eines Jahrgangs in den Hochschulen angekommen sind.”

Direkt nach dem Schulabschluss begännen ungefähr 30 Prozent eines Jahrgangs ein Studium, so Berthold. „Im folgenden Jahr sind es noch einmal 20 Prozent.” Der Rest folge noch später. „Eine realistische Übertrittsquote lässt sich daher heute für den Abschlussjahrgang von 2000 benennen: 71 Prozent.”

Im Vergleich mit anderen Bundesländern sei das ein etwas niedrigerer Wert. Allerdings erreichten in NRW auch mehr Schülerinnen und Schüler eine Hochschulzugangsberechtigung. In NRW seien es 54 Prozent - im Vergleich zu 36 Prozent in Bayern.

Durch die Verkürzung der Gymnasialzeit und den sogenannten doppelten Abiturjahrgang 2013 komme es zu einer erheblichen Steigerung der Studienanfängerzahlen, sagte Berthold. „Der Effekt wird dadurch verstärkt, dass die Alterskohorte der 19- bis 21-Jährigen vergleichsweise groß ist.

Darüber hinaus wollen immer mehr junge Menschen einen höheren Schulabschluss machen.” Das CHE rechne in den kommenden Jahren mit einer „Stauchung” des Übergangs an die Hochschulen. „In der Summe können in NRW im Jahr 2013 gut 28.000 mehr junge Menschen an die Hochschulen gehen.”

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