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Aachen: Erster Spatenstich für Reinraum-Labor

Aachen : Erster Spatenstich für Reinraum-Labor

„Es ist eine Aktivität, die auch aus Landessicht stark verfolgt wurde”, bestätigte Karl Schultheis als Vertreter des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung anlässlich des ersten Spatenstichs, der in die Wiese am Huyskensweg in Melaten erfolgte.

Hier, wo sich derzeit noch sattes Grün erstreckt, wird bereits in einem Jahr ein neues Zentrallabor für Technologie, ein so genanntes Reinraumlabor entstehen.

Drei Hochschulenrichtungen - die Institute für Theoretische Elektrotechnik (ITHE), für Werkstoffe der Elektrotechnik 1 (IWE 1) sowie für Stromrichtertechnik und Elektrische Anlagen (ISEA) - werden die 982 Quadratmeter Hauptnutzfläche gemeinsam für Forschung und Lehre nutzen. Als Partner mit im Boot ist das Forschungszentrum Jülich und die Aachener Aixtron AG.

Als „tragfähige und zukunftsweisende Lösung” bezeichnete Schultheis den Neubau. Durch die Kooperation würden grundlegende Strukturen geschaffen: „Ohne Grundlage keine Spin-Offs.” Ideale Bedingungen für den neu geschaffenen Studienschwerpunkt „Technologie und Bauelement der Mikroelektronik”: zum einen die Gallium-Nitrid-Bauelemente-Technologie, die im Bereich der Hochfrequenz- und Hochleistungsanwendungen zum Einsatz kommt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Silizium- und Dünnschichttechnologie, notwendig für den Bereich der Lebenswissenschaften, Bionik und Umweltforschung, und schließlich bipolare Halbleiterstrukturen, die in der Kfz-Technologie ihren Einsatz finden.

„Die Idee ist auch, hier Synergie zu entfalten”, hofft Professor Rolf Jansen, Leiter des ITHE, nicht zuletzt wegen der großen Nähe zum benachbarten Walter-Schottky-Haus, dem Sammelbau der Elektro- und Informationstechnik.

Neben der Forschung soll allerdings auch die Lehre, also die Ausbildung neuer Ingenieure nicht zu kurz kommen. Dies sei, so RWTH-Prorektor Professor Rolf Rossaint, auch im Sinne der Industrie und Wirtschaft.

Die Kosten von 3,02 Millionen Euro für das neue Labor, dessen Bauleitung dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB) obliegt, tragen der Bund, das Land und die Hochschule, unterstützt von den Industriepartnern Aixtron und DaimlerChrysler Research. „Es tut sich ja doch einiges”, so Harald Lange vom BLB.

„Das Land steckt noch immer, trotz der schlechten Finanzlage, viel Geld in die Forschung”, zog er Bilanz und stellte für das nächste Jahr mehr Mittel für den Bestand der Hochschulgebäude in Aussicht.