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Essen: Erste Hochschulstiftungen aus Studiengebühren: Stipendien als Ziel

Essen : Erste Hochschulstiftungen aus Studiengebühren: Stipendien als Ziel

Hochschulen haben in Deutschland nach Angaben des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft erstmals Stiftungen mit Hilfe von Studiengebühren eingerichtet.

Sie sollen unter anderem in Härtefällen Stipendien an Studenten vergeben. In Essen unterschrieben am Donnerstag die Universität Duisburg-Essen und die Fachhochschule Münster entsprechende Verträge.

Die FH Münster will in den ersten Jahren jeweils 20 Prozent der Studiengebühren der Stiftung zuführen. Im Jahr 2008 soll das Stiftungsvermögen mindestens zwei Millionen Euro betragen, sagte der Rektor Klaus Niederdrenk. Mit den Zinsen aus dem Stiftungskapital will die Hochschule Stipendien für Studenten finanzieren.

Die Universität Duisburg-Essen will mindestens fünf Prozent der Studiengebühren pro Semester der Stiftung überwiesen und ebenfalls Stipendien gewähren. Das Startkapital beträgt eine Million Euro.

Innovationsminister Andreas Pinkwart (FPD) lobte die Stiftungen als „kreative Konzepte” dafür, wie Studienbeiträge zur Verbesserung von Lehre und Studium eingesetzt werden können. Es bewähre sich, den Verantwortlichen in den Hochschulen hierbei größtmögliche Freiräume einzuräumen.

Die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ruth Seidl, kritisierte dagegen, dass die Stipendien bisher nur „aus den Taschen der Studierenden selbst” finanziert würden. Auch könnten die Stiftungen den Rückgang der Studierendenzahlen nicht wettmachen, die durch die Einführung der Gebühren entstanden sei. Seidl verglich die Hochschullandschaft mit einem Flickenteppich mit unterschiedlichen Regelungen und Förderinstrumenten.

Die NRW-Hochschulen haben nach Angaben des Wissenschaftsministeriums im Sommersemester 2007 rund 100 Millionen Euro durch Studiengebühren eingenommen. Etwa 245.000 der 400.000 Studenten im Land haben Beiträge gezahlt. 27 der 33 Hochschulen im Land hatten Gebühren bis zu 500 Euro erhoben. Die Hochschulen müssen die Studienbeiträge für die Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehre verwenden.