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Berlin: Erst die Region, dann die Details: Tipps für die Mastersuche

Berlin : Erst die Region, dann die Details: Tipps für die Mastersuche

Zahllose Fragen stürzen auf Studierende ein, wenn sie den Bachelorabschluss in der Tasche haben. Die wichtigste: Berufsstart, Masterstudium oder gar beides gleichzeitig? Wer sich auf die Suche nach einem passenden Masterprogramm begibt, wird mit einer riesigen Auswahl konfrontiert.

Wichtig sei deshalb, sich einige grundlegende Fragen zu stellen. „Will ich die bestmögliche wissenschaftliche Ausbildung? Will ich Karriere machen? In welcher Region will ich den Master machen?” zählt der Studienplaner Sebastian Horndasch aus Berlin auf.

In Deutschland werden vor allem konsekutive Masterprogramme angeboten. Sie bauen direkt auf ein Bachelorstudium auf. Nicht-konsekutive Programme, die eine vollständige Neuorientierung erlauben und keinen bestimmten Abschluss voraussetzen, sind dagegen selten. Oft werden sie als Teilzeitstudium angeboten, um sie berufsbegleitend absolvieren zu können. „Meistens muss man für diese Angebote auch bezahlen, während für Konsekutivmaster keine extra Gebühren anfallen”, sagt Elisabeth Kummert von der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Da sich der Fachbereich also meist aus dem bisherigen Studium ergibt, empfiehlt Horndasch, die Suche zuerst regional einzugrenzen. Auch Partnerschaft und andere private Faktoren müssen bedacht werden. Ein Hochschulwechsel oder der Schritt ins Ausland sollten aber in die Überlegungen mit einbezogen werden. „Es ist ratsam, erst nach der Entscheidung für eine Region ins Detail zu gehen und Programme genauer zu begutachten.”

Wer eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen will, sollte nach Hochschulen suchen, an denen angesehene Professoren tätig sind. „Das gilt vor allem, wenn man später einen Doktor machen will.” Wer sich dagegen eine Karriere in einem großen Unternehmen wünscht, sollte eine Hochschule von internationalem Renommee wählen. „Es gibt Branchen, in denen sehr gerne Leute von bestimmten Hochschulen eingestellt werden.” Horndaschs Tipp: Keine Scheu haben, die Personalabteilung in der Traum-Firma zu kontaktieren, um sich zu erkundigen. „Das sind natürlich keine Studienberater, die Auskunft über Studieninhalte geben. Aber danach zu fragen, von welcher Uni sie gerne Leute holen, kann nicht schaden.”

Kummert warnt jedoch davor, die Entscheidung nur nach beruflichen Perspektiven auszurichten. „Man muss noch nicht unbedingt wissen, was man hinterher ganz konkret für einen Beruf haben will”, versichert sie. Wichtig sei, den Schwerpunkt des Masterprogramms den persönlichen Interessen anzupassen. Denn ein Masterstudium ist auch immer mit einer fachlichen Spezialisierung verbunden. Dabei helfen Gespräche mit den Studienberatern des eigenen Fachbereichs oder der Zentralen Studienberatung der Hochschule. In solchen Gesprächen sollte die Frage nach den eigenen Stärken im Vordergrund stehen. „Vielen ist gar nicht bewusst, was sie schon alles können und wissen”, sagt Kummert. Danach falle die Entscheidung oft leichter.

Ein großer Teil der Recherche finde jedoch im Internet statt. „Für einen Überblick über das gesamte Angebot in der Bundesrepublik ist die Datenbank des Hochschulkompass die beste”, sagt Kummert. Dort sind die weit mehr als 6000 weiterführenden Studienangebote deutscher Hochschulen registriert. „Die Informationen stammen von den Hochschulen selbst und werden auch von diesen aktualisiert”, erklärt Susanne Schilden von der Hochschulrektorenkonferenz in Bonn.

Persönliche Beratung kann die Plattform nicht bieten. Die detaillierte Suchfunktion sowie direkte Links zu den Hochschulen und Kontaktdaten von Programmverantwortlichen unterstützen interessierte Studenten aber trotzdem bei der Wahl. „Vertiefende und verlässliche Informationen sind auf den Seiten der Hochschulen selbst zu finden”, sagt Schilden. Da jedes Programm anders ist, seien sie stets die beste Quelle. Für die Recherche im europäischen Ausland empfiehlt Horndasch die Datenbanken von x-study.eu oder mastersportal.eu.

Auch wer sich nicht nur auf Werbebroschüren der Hochschulen und Gespräche mit Studienberatern verlassen will, dem rät Horndasch zur Nutzung des Internets. „Ich würde auf Netzwerke setzen”, sagt er. „Man kann zum Beispiel über Facebook Studenten einer Uni anschreiben, für die man sich interessiert.” Er selbst hält häufig Vorträge auf Master-Messen, die er auch dafür geeignet hält, um erste Informationen zu sammeln. „Ein Problem ist nur, dass sich dort vor allem private Hochschulen präsentieren.” So könne es passieren, dass Studenten ein unrealistisches Bild vom Masterstudium erhalten.

Egal ob private oder staatliche Hochschule, wichtig sei in jedem Fall, sich vor Ort umzusehen. Dafür können Infotage der Hochschulen genutzt werden, aber auch an normalen Tagen lohne der Weg. „So bekommt man ein Gefühl dafür, wie das Leben an der Hochschule abläuft”, so Horndasch. Er empfiehlt Gespräche mit Studenten, Lehrenden und dem Personal von Serviceeinrichtungen.

# dpa-Notizblock

## Literatur - Sebastian Horndasch: Master nach Plan. Erfolgreich ins Masterstudium: Auswahl, Bewerbung, Finanzierung, Auslandsstudium. Springer. 187 S. Euro 19,95, ISBN 9783642130199

## Internet - [Hochschulkompass](http://dpaq.de/tyD4W) - [Europaweites Suchportal](http://xstudy.eu/) - [Europaweites Suchportal](http://www.mastersportal.eu/) - [Messeveranstaltung Master and More](http://dpaq.de/jIM3l)

Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt ## Ansprechpartner - Sebastian Horndasch, Freier Hochschulexperte, +49 177 4148978, - Elisabeth Kummert, Zentrale Studienberatung der Goethe-Universität Frankfurt am Main, über Pressestelle, +49 69 79822472, - Susanne Schilden, Hochschulrektorenkonferenz, +49 228 887152,

## dpa-Kontakte - Autor: Christian Vey - Redaktion: Kristin Kruthaup, +49 30 285232981, - Ansprechpartnerin Foto: Andrea Warnecke, +49 30 285232970, dpa/tmn chv zlt krk nz