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Aachen: Eingriffe am Herzen patientenfreundlicher

Aachen : Eingriffe am Herzen patientenfreundlicher

Immer mehr Menschen sind von Herzklappen-Erkrankungen betroffen, Mediziner entwickeln immer bessere und schonendere Operationstechniken - doch viele Erkrankte wissen darüber zu wenig.

Der Herzklappentag am Aachener Universitätsklinkum soll Abhilfe schaffen.

Am Dienstag, 23. November wenden sich die Medizinische Klinik I unter der Leitung von Professor Peter Hanrath und die Klinik für Herzchirurgie (Leitung: Professor Rüdiger Autschbach) an die Öffentlichkeit, um das „Informationsdefizit” abzubauen.

Der Herzklappentag ist eine bundesweite Veranstaltung der Deutschen Herzstiftung; Hanrath zählt zum wissenschaftlichen Beirat dieser Vereinigung.

Er illustriert den Stellenwert der Herzklappenerkrankungen in Deutschland mit einigen Zahlen: „2002 wurden hierzulande 16500 Menschen mit erworbenen Herzklappenfehlern operiert, dazu 4400 mit angeborenen Fehlern.”

Am Klinikum selber betrage die Zahl der Herzklappen-Operationen derzeit rund 300 pro Jahr. „Die Bevölkerung wird älter, die Herzklappen degenerieren” - das ist nach Hanraths Worten der Grund dafür, dass das Thema Herzklappe in der Medizin immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Das Krankheitsbild umfasst in den meisten Fällen eine Verengung der Aortenklappe und eine Insuffizienz der Mitralklappe, die als „Ventile” den Blutfluss im Herz steuern.

Die dreistündige Informationsveranstaltung wird Operationsmethoden aufzeigen und die Frage nach dem geeigneten Implantat für Aortenklappen-Erkrankungen aufgreifen: „Bei Patienten über 70 Jahren tendieren wir zum Einsatz einer Bio-Herzklappenprothese, bei Jüngeren hat die Kunst-Prothese Vorrang”, beschreibt Dr. Michael Schmid, Oberarzt an der Thorax-, Gefäß- und Herzchirurgie am Klinikum, die Vorgehensweise der Mediziner.

Er wies darauf hin, dass die Technik des Eingriffs „patientenfreundlicher” geworden sei: Statt des Eingriffs in Höhe des Brustbeines wähle man in immer mehr Fällen einen endoskopischen Zugang über ein fingergroßes Loch an der rechten Körperseite; diese Operationstechnik zählt zu den Spezialgebieten von Professor Autschbach.

An Betroffene und ihre Angehörigen soll der Herzklappentag eine Kernbotschaft vermitteln, die Dr. Schmid so auf den Punkt brachte: „Wenn ein Herzklappenfehler präzise und rechtzeitig diagnostiziert und dann kompetent operiert wird, kann der Patient gut damit leben.”

Der Herzklappentag findet am Dienstag, 23. November von 17 Uhr an im Kleinen Hörsaal 6 des Uniklinikums statt.