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Aachen: Ein Soziologe der Technikwelt

Aachen : Ein Soziologe der Technikwelt

Mit einem Festakt wurde am Mittwoch Professor Klaus Hörning (65) vom Lehrstuhl der RWTH für Soziologie in den Ruhestand verabschiedet.

Rund 200 Studenten sowie eine Reihe von Kollegen hatten sich dazu im Hörsaal des Architekur-Gebäudes versammelt; vermisst wurden Vertreter der Ingenieurswissenschaften. Dabei hat Hörning einen wesentlichen Teil seines rund 25jährigen Wirkens am Aachener Institut der Verbindung von Gesellschaftswissenschaften und Technik gewidmet.

„Bei neuen Fragestellungen war Professor Hörning immer dabei”, würdigte Kollege Kurt Hammerich die Neugierde Hörnings etwa auf Veränderungen beim Umgang mit der Arbeitszeit. Deren Flexibilisierung widmete der Soziologe eine Reihe von Studien, die in dem viel beachteten Buch „Zeitpioniere” ihren Niederschlag fanden.

Christian Stetter, Dekan der Philosophischen Fakultät hob hervor, dass Hörning trotz der enorm hohen Auslastung der soziologischen Studiengänge immer genügend Zeit für die Studenten gefunden habe. Hörning, der neben seiner eigentlichen Profession auch maßgeblich das Umweltforum der RWTH mit gestaltete, hatte in seinem Geburtsort Heidelberg sowie in Mannheim und München studiert und nach seiner Promotion an mehreren amerikanischen „Elite-Universitäten” gewirkt, darunter Harvard, Stanford und Columbia/New York.

Experten des Alltags

1979 nahm Hörning den Ruf an die RWTH an und „hat es dann in Aachen ausgehalten” wie Hammerich schmunzelnd anmerkte. Seine zahlreichen Arbeiten zum Verhältnis von Mensch und Technik stellte er 2001 im Buch „Experten des Alltags” zusammen.

Mittlerweile wohnt Hörning in Berlin, will einen Strich unter seine bisherigen Aktivitäten machen und sich dem Thema „Landschaft” widmen”. Sein Nachfolger ist zwar gefunden; wann er antritt, ist nicht abschließend geklärt.