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Aachen: Ein herzlicher Abschied

Aachen : Ein herzlicher Abschied

„Ich war mit Leib und Seele Arzt.” Professor Dr. Peter Hanrath verabschiedete sich am Freitag im Aachener Universitätsklinikum von seiner akademischen Berufslaufbahn.

Erst im November war er nach 17 Jahren als Direktor der Medizinischen Klinik I in Ruhestand gegangen. Jetzt hat er Zeit. „In erster Linie für meine Familie. Und darauf freue ich mich.”

Zum Abschied waren zahlreiche Wegbegleiter gekommen. Der Hörsaal 3 platzte förmlich aus den Nähten: Kollegen, Freunde, die Familie und viele ehemalige Patienten waren dabei, als der weit über die Grenzen Aachens bekannte Herzspezialist unter dem Titel „Die Visualisierung des Unsichtbaren” nochmal sein wissenschaftliches Spezialgebiet erörterte: die Herzdiagnostik.

Damit standen zwar zunächst Theorie und Medizin im Mittelpunkt, doch man merkte sofort: Es menschelte rund um den berühmten Professor. „Als Patient hat man ein ganz persönliches Verhältnis zu ihm”, sagte Geraldine Jonas (68). Acht Jahre war sie bei ihm in Behandlung. Gerade dann, wenn man in einem Tief sei, fände er stets die richtigen Worte.

Hanrath zeigte sich hinterher sichtlich gerührt. Zuvor hatte er sein Fachgebiet beackert: verständlich und interessant. Von der Untersuchung mit dem Höhrrohr, über das EKG bis hin zur Herzkatheteruntersuchung und der Kernspintomographie.

„Mit der modernen Bildgebung haben wir das Herz als Sitz der Seele entmystifiziert. Jetzt haben wir Einblicke in den Motor des Menschen.” Hanrath referierte, als sei es seine Antrittsvorlesung. Dabei vergaß er auch nicht die Kehrseite des technologischen Fortschritts: „Wir Ärzte müssen aufpassen, dass wir den Kontakt zum Patienten nicht verlieren.”