Aachen: Ein „Erdkunstwerk” am Campus-Zubringer

Aachen: Ein „Erdkunstwerk” am Campus-Zubringer

Auf den Wegen und Wiesen hügelaufwärts hinter Gut Melaten sieht man sonntags viele Spaziergänger und Leute, die ihre Hunde ausführen. Manch einer von ihnen wundert sich dieser Tage über einen Steinkreis, der auf dem Gras am Hang liegt.

Das spiralig geformte Muster misst etwa acht Meter im Durchmesser und besteht aus faust- bis fußballgroßen Steinen. Als Urheber bekennen sich Mitglieder einer Gruppe von Menschen, die das Interesse für Geomantie verbindet. „Geomantie ist die Beschäftigung mit den unsichtbaren Ebenen der Erde”, erklärt Reinhard Schmitt, einer der Ausführenden des Steinmusters. Er nennt es „Erdkunstwerk” oder „Kosmogramm”. Dabei gehe es um die Verbindung der Menschen mit der Erde.

Besonders hier an dieser Stelle, wo eines Tages eine Zubringer-Straße zum Campus Melaten entstehen soll, wollten er und seine Mitstreiter ein Zeichen setzen. Auch Unterstützer der Initiative zum Erhalt des Rabentales waren mit von der Partie. Es geht der Gruppe darum, andere Menschen aufmerksam zu machen auf die Schönheit und Bedeutung der Landschaft.

Das Melatener Kosmogramm wurde nach einem Entwurf des Geomanten und Künstlers Marko Pogacnik gestaltet und stellt die „Rote Göttin” dar. Diese ist ein archetypisches Symbol für die Erde. Pogacnik war 1999 und 2000 in Aachen und hat hier Seminare gehalten über „Aachen, eine Landschaft der Göttin”. Auch die metallenen Kosmogramme im Boden am Fischmarkt stammen von ihm.

„Wir möchten unsere Verbundenheit mit der Erde zeigen, die Landschaft würdigen und auch ein Zeichen setzen gegen die künftige Bebauung”, erläutert Schmitt die Motivation.