1. Hochschule

Aachen: Die RWTH präsentiert sich als Tanker

Aachen : Die RWTH präsentiert sich als Tanker

Bereits zum vierten Mal lud die RWTH ihre Studierenden, Professoren und Dozenten, aber auch Vertreter der Stadt zu „RWTH transparent” ein.

Unter dem Motto „Tanker on Tour” trat Rektor Professor Burkhard Rauhut den Beweis an, dass ein Tanker nicht unbedingt „groß, wertvoll und unbeweglich” sein muss.

Die Grunddaten sprechen zunächst nicht dafür: 17.000 Kojen, sprich Räume, 536 Millionen Euro Ministeriumszuschüsse und Drittmittel als Treibstoff, der harte Kern der Mannschaft besteht aus 400 Professoren. Es gibt weitere 30.000 Besatzungsmitglieder, sprich Studierende, davon 5600 „Kadetten aus dem Ausland”, jedes Jahr heuern rund 5000 neu an.

Der Rektor ist sich allerdings bewusst, dass ein renommierter Universitätsname allein die Besatzungsmitglieder nicht an Bord holt und dort auch hält: „Möglicherweise bauen wir das Angebot des Elternservicebüros aus”, nannte Rauhut eine Möglichkeit der Standortsicherung. Eine weitere ist die Frauenförderung, zu der jetzt das Projekt „Tandem plus” dazu gekommen ist.

Platz gestalten

Rauhut schreckt aber auch vor Maßnahmen nicht zurück, die das Stadtbild maßgeblich verändern würden. „Ich möchte den Templergraben sperren lassen, um einen attraktiven Platz gestalten zu können”, sagte er in Richtung Oberbürgermeister und politische Vertreter. „Auf einer Großbildleinwand könnten wir dort zum Beispiel auch Spiele der Alemannia zeigen”, lockte er.

Bei der Tankerbesichtigung ließ Rauhut aber auch die noch „schmuddeligen Ecken” nicht aus: „Die Relation zwischen Studienanfängern und Absolventen stimmt nicht”, merkte Rauhut selbstkritisch an. „Das gilt besonders für die ausländischen Studierenden. Hier müssen wir in den Bereichen Sprache, Finanzierung, Wohnungssuche und soziale Kontakte mehr tun.”

Ein erster Schritt ist die bevorstehende Einrichtung einer Zweigstelle der städtischen Ausländerbehörde auf dem Hochschulgelände. „Es ist wichtig, dass sich unsere ausländischen Studierenden und Wissenschaftler willkommen fühlen.” Aber auch den deutschen Studierenden versprach er weniger Anonymität.

Stadt ist stolz

Grundsätzlich sind sich Stadtverwaltung und Rektorat über die Richtung des Tankers RWTH einig. „Die Aachener sind stolz auf ihre Hochschulen”, sagte Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. „Ohne sie gäbe es keine Erfolge im wirtschaftlichen Strukturwandel. Durch die Studenten wird Aachen jung, international und dynamisch.”

Den engen Schulterschluss habe man mit der Erneuerung der Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt Aachen und RWTH gesichert.