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Aachen: Die „jecke Karriere” begann in Berlin

Aachen : Die „jecke Karriere” begann in Berlin

Was soll aus einem „maasländischen” Wissenschaftler wie Professor Dr. Rolf Rossaint werden, der seine Antrittsvorlesung als frisch habilitierter Professor in Berlin vor einem Hörsaal voller preußischer Studenten am Rosenmontag hielt und damit dort den „virus carnevalis” versprühte?

Kaum war damals der letzte Satz gesprochen, rissen die Hörer die Pappnasen aus der Tasche und trugen „ihren Rheinländer” auf einer Sänfte zur Fete...

Ein solcher Narr ist prädestiniert, ein Krüzzbrür-Ordensträger zu werden und damit auch im Fastelovvend Karriere zu machen.

„Never!” hatte er noch kürzlich protestiert, als ihn ein Freund nach seinen Aufstiegschancen im Karneval befragte und damit auf seine beruflichen Erfolge als Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Prorektor der RWTH Aachen anspielte.

Jetzt wurde der designierte Ordensträger in Heilig Kreuz vom stellvertretenden Pfarrausschuss-Vorsitzenden, Franz-Josef Staat, beim traditionellen „Dicke Bohnen mit Schinken-Essen” seinen Ordensbrüdern vorgestellt.

Und auch im Fastelovvend ist Fortuna an seiner Seite, wird er doch am 18. Januar mit dem 33. Krüzzbrür-Orden geehrt. Wohl verdient, versteht sich, denn seine Vorstellungsrede sprühte vor humorvollen Geistesblitzen.

Seine Vorfahren seien „Fast-Aachener”, stammen doch die Eltern aus Jülich; er selbst aber sei 1958 in Neuss geboren, leitete er seine Biographie ein.

Zwar Klosterschüler, habe er vom elften Lebensjahr an immer eine Freundin gehabt. Und die, die er mit 15 Jahren kennen lernte, sei heute seine Frau und Mutter der drei Töchter und eines Sohnes.

Sie sei Arzthelferin gewesen, „ich wollte ihretwegen ein zweiter Albert Schweitzer werden, und auch ihr gefiel es, im Urwald zu leben”, sagte Rossaint. Stattdessen wurden Düsseldorf und Berlin Zwischenstationen ihres Lebens.

Eines sei ungeschriebenes Gesetz in der Familienidylle: das gemeinsame Abendessen! Da wird gewartet, bis alle am Tisch sitzen. „Und so werde ich auch hier in Zukunft der Krüzzbrür-Tradition des gemeinsamen Dicke-Bohnen-Essens folgen”, sicherte der Kandidat zu.

Pastor Ralf Freyaldenhoven als Vorjahrespreisträger begrüßte den Neuen süffisant: „Was ich mit meiner Predigt schaffe, schaffst du mit einer Spritze in Sekunden. Nur dass bei mir gleich 500 einschlafen!”

In Anlehnung an den Ponttororden verlieh der Pfarrausschuss erstmals eine Ehrennadel mit Anhänger an Hermann Delhay, der seit 50 Jahren aktives Mitglied des Ausschusses ist.