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Berlin: DGB: Deutschlandstipendium nach vier Jahren Misserfolg einstellen

Berlin : DGB: Deutschlandstipendium nach vier Jahren Misserfolg einstellen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) plädiert dafür, das 2011 noch unter der schwarz-gelben Bundesregierung eingeführte Deutschlandstipendium wieder abzuschaffen.

Der DGB-Bildungsexperte Matthias Anbuhl, selbst Mitglied des Beirats Deutschlandstipendium, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Bundesregierung sollte einen Schlussstrich unter das Programm ziehen und die staatliche Förderung einstellen.” Die freien Mittel sollten ins Bafög fließen, „das für die Studierenden eine verlässliche Studienfinanzierung sichert”.

Nach Ansicht Anbuhls wurden die Ziele des privat-öffentlichen Förderinstruments, das laut Bildungsministerium 47 Millionen Euro pro Jahr kostet, verfehlt: „Auch im Jahr 2014 haben weniger als ein Prozent der 2,7 Millionen Studierenden in Deutschland ein solches Stipendium erhalten. Das ist Lichtjahre entfernt von der ursprünglich anvisierten Zielmarke von acht Prozent.”

Mittlerweile sei die Erwartung von der großen Koalition zwar auf zwei Prozent zusammengestrichen worden. „Selbst dieses Ziel liegt in weiter Ferne”, so Anbuhl. Das Programm verursache einen extrem hohen Verwaltungsaufwand. „Rund 21 Prozent der Fördermittel des Bundes wurden 2013 von Verwaltungskosten verschlungen. Dies hat auch der Bundesrechnungshof zurecht kritisiert.”

Ministerium und CDU/CSU halten trotz scharfer Oppositionskritik am Deutschlandstipendium fest. Die Grünen verlangten vorige Woche - unterstützt von der Linken - im Bundestag die Abschaffung des Förderinstruments von Regierung, Wirtschaft und privaten Geldgebern.

(dpa)