1. Hochschule

Aachen: Beim eiskalten Crash blieb kein Auge trocken

Aachen : Beim eiskalten Crash blieb kein Auge trocken

Das Eis ist glatt, das Spiel dauert zehn Minuten. Es folgt nun kein Zuckerschlecken für die Knochen; selbst Orthopäden kriegens mit der Angst zu tun.

Es ist kalt, die Eishockey-Fans der Hochschulen singen und grölen, von Glühwein, über Bier bis hin zu einschlägigen Energy-Drinks gestärkt.

Und Veteranen wie „Mitti”, wie die Studierenden den seit Kurzem emeritierten und „kultigen” Pathologie-Professor Dr. Christian Mittermayer zu nennen pflegen, wollen jetzt auch „endlich ran ans Fleisch!”

Denn es ist Uni Cup 2003: Am Donnerstagabend in der Eissporthalle, vor 2500 Fans der RWTH und FH. Die Karten: ausverkauft nach 20 Minuten. Und vom Erlös fließen 3000 Euro als Spende an die Aachener Tafel.

Amüsant statt sportlich perfekt, kams in der Halle dann zum eiskalten Crash der Fakultäts-Kulturen: Der inzwischen 15-jährigen Tradition von Medizinern, Maschinenbauern und Elektro-Techniker folgend, wurde der Konflikt um Klischees mit Puck und Schlägern lautstark und verkleidet ausgetragen.

„Zieht den Maschis die Karohemden aus”, durfte von den E-Technikern gebrüllt werden, selbst auf die Gefahr hin, später zu erfahren: „Widerstand ist zwecklos!”

Ähnlich war es zuvor den Gast-Kontrahenten aus Mannheim ergangen; anlässlich des „Jahres des NRW-Hochschulsports” spielte und siegte die Aachener Auswahl mit 3:1 gegen das Uni-Team aus Südwest.

„Die Jungen haben nun mal Druck auf der Leitung”, diagnostizierte prompt der Cup-Gründungsvater Mittermayer die Ausgangsbedingungen gegenüber unserer Zeitung.

Ausgekegelte Arme habe er schon gesehen, Hiebe am Kopf, blutende Wunden - „und zwar auf dem Eis, nicht im OP”. Die Frauen seien weniger brutal, hatte er beobachtet. „Und wir Professoren, na ja, ein wenig wackelig.”

Sprachs und ließ sich von frenetischen Cheerleader umringen. Immerhin holten die Mediziner am Ende den Sieg; Silber ging beim Cup an die Elektrotechniker, nur Bronze blieb den Maschinenbauern.