Städteregion: Helmut Etschenberg empfängt eine zufriedene Kreishandwerkerschaft

Städteregion: Helmut Etschenberg empfängt eine zufriedene Kreishandwerkerschaft

Nein, es war kein Neujahrsempfang wie jeder andere am Freitagnachmittag, als Helmut Etschenberg in alter Tradition die Vertreter der Kreishandwerkerschaft begrüßte. Denn es fehlten die Schornsteinfeger als Boten des Glücks. Sie waren durch Tagungen und Lehrgänge verhindert, wie Herbert May mit Bedauern erklärte.

Als schlechtes Omen wollten der Städteregionsrat und der Kreishandwerksmeister die Abwesenheit aber nicht werten. Zu positiv sind die Vorzeichen für das Jahr 2018. May untermauerte diesen Eindruck mit einigen Zahlen: Nur sieben Prozent der Betriebsinhaber hätten sich mit Blick auf die kommenden zwölf Monate unzufrieden gezeigt, fast alle rechneten mit einer stabilen, oftmals sogar mit einer verbesserten Geschäfts- und Umsatzentwicklung. „Und es ist festzustellen, dass sich das gute Investitionsklima im Handwerk weiter gefestigt hat“, erklärte der Kreishandwerksmeister.

Gute Zeiten also fürs Handwerk in der Städteregion. Diesen Eindruck konnten auch die wenigen Einschränkungen und vorsichtigen Worte der Kritik nicht trüben. May formulierte einen flammenden Appell für den Diesel, der zu Unrecht kaputtgeredet werde.

„Ohne einen ehrlichen Dieselmotor als emissionsarme und umweltfreundliche Antriebstechnik werden die gesteckten CO2-Ziele nicht erreichbar sein“, zeigte sich May überzeugt. Die Städteregion forderte er auf, den Fokus wieder mehr auf die Bekämpfung von Schwarzarbeit zu legen. „Es gab vor Jahren eine ämterübergreifende Sondereinsatzgruppe, die leider nicht mehr existiert. Politik und Verwaltung müssen hier wieder die entsprechenden Planstellen schaffen.“

Helmut Etschenberg nahm die Anregung auf, verwies aber gleichwohl darauf, dass seine Behörde gute Arbeit leiste. Das belege auch ihr überregionales Engagement: „Die Kollegen arbeiten im Landesredaktionsteam an der regelmäßigen Überarbeitung der Handreichungen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit mit.“

Aufträge an regionale Betriebe

Es war der einzige Punkt, in dem sich Kreishandwerkerschaft und Städteregion am Freitag nicht wirklich einig waren. Wie nahe sich beide Seiten ansonsten sind, dokumentierte nicht nur die einvernehmliche Bewertung vieler Aspekte, sondern auch ein Rückgriff Etschenbergs auf die verwaltungsinterne Statistik: „2017 sind knapp 80 Prozent aller Aufträge in unserer Zuständigkeit mit einem Kostenvolumen ab 10.000 Euro an regionale Betriebe vergeben worden.“ Und: „In den nächsten vier Jahren werden wir mehr als 27 Millionen Euro in Baumaßnahmen investieren.“ Auch davon werde das Handwerk in der Städteregion erheblich profitieren.

Wenn es denn die Möglichkeiten trotz personeller Engpässe ausschöpfen kann. Schließlich ist der Fachkräftemangel weiterhin akut: „Viele Betriebe arbeiten an ihren Kapazitätsgrenzen“, berichtete May. Mit jedoch nicht ausschließlich negativen Folgen: „Die Betriebe investieren in neue Maschinen und Anlagen, um ihre Produktionskapazitäten zu erweitern.“

Es deutet einiges darauf hin, dass dies nicht nur 2018 so bleiben wird. Gut möglich also, dass Kreishandwerkerschaft und Städteregion im nächsten Jahr an gleicher Stelle erneut erwartungsfroh nach vorne schauen werden — dann, das versprach Herbert May, wieder gemeinsam mit den Schornsteinfegern.

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