Aachen: Hektik im Endspurt

Aachen: Hektik im Endspurt

Zum emotional aufgeladenes Thema ist das Karlsjahr 2014, in dem sich der Todestag Karls des Großen zum 1200. Mal jährt, geworden. Drei Ausstellungen wird es dann in Aachen geben.

In der Domschatzkammer sollen möglichst viele historische Schätze aus den Tagen der Herrschaft Karls gezeigt werden, die heute über ganz Europa verstreut sind. Im Centre Charlemagne, das in bis dahin fertiggestellt sein soll, soll eine Ausstellung „Die Kunst zu Zeiten Karls” präsentiert werden. Eine Ausstellung im Krönungssaal soll sich mit den Themen Macht und Herrschaft um das Jahr 800 befassen.

Die Idee steht also, die Finanzierung aber noch nicht. 3,1 Millionen Euro sind allein für die Schau im Aachener Rathaus kalkuliert. Gerechnet wird durch Zuschüsse, Sponsorengelder und Eintrittserlöse mit Einnahmen von rund 2,6 Millionen Euro. Bleiben 500.000 Euro für die Stadt übrig. Allein: Sponsoren und Förderer sind bislang nicht ausgemacht. „Die Vorlaufzeit für so ein Vorhaben ist mittlerweile schon recht knapp”, meint SPD-Vertreter Manfred Bausch. Seine Parteigenossin Sybille Reuß kritisiert scharf, dass bislang bis auf optimistische Willensbekundungen in Sachen Finanzierung nicht viel geschehen sei: „Bei so viel Blauäugigkeit kann ich nur den Kopf schütteln.”

Davon will Hermann-Josef Pilgram von den Grünen nichts wissen. Da mittlerweile ein Konzept vorliege, soll dieses im Laufe des Sommers an Fördergeber auf Landes-, Bundes- und auch EU-Ebene versandt werden. Für ihn gibt es keinen Anlass zu Pessimismus: „Wir können Karl!”. Doch die Zeit drängt, denn es gibt noch andere Städte, die zum Karlsjahr 2014 rüsten, etwa Paderborn und Mannheim. Und die sind ebenfalls an Exponaten rund um Kaiser Karl interessiert.

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