Aachen: Hallencup: Der Favorit strauchelt

Aachen: Hallencup: Der Favorit strauchelt

Er selbst war zwar nicht anwesend, aber Inde Hahns Trainer Manfred Pomp wusste es vorher: „In der Halle zählt nicht, in welcher Liga man spielt.“ Was theoretisch wie eine Floskel klingt, sollte für seine Mannschaft harte Realität werden. Am Ende der Vorrunden-Gruppe E stand der vermeintliche Favorit nicht nur punktlos dar, sondern musste ein Torverhältnis von 6:19 verkraften.

Gewarnt hatte Pomp im vorhinein vor allem vor den „in der Halle besonders starken Kohlscheidern“. Und das sollte sich bewahrheiten: Nach der ersten Halbzeit stand es bereits 0:2 aus Sicht des Mittelrheinligisten, es folgten die Gegentore Nummer drei bis fünf, ehe Koubaa das erste Tor für Inde Hahn erzielte. Das nützte allerdings wenig, denn Kohlscheid schraubte das Ergebnis postwendend zum 6:1-Endstand hoch.

Schwacher Trost

Gegen den Letzten der Landesliga, Alemannia Mariadorf, sollte es dann noch schlimmer enden: Mit 5:13, der höchsten Niederlage des Abends, musste der Favorit endgültig die Segel streichen. Dass der FC nach einem 0:5-Rückstand zwischenzeitlich erneut auf 4:6 ran kam, war für Pomps Ersatzmann Stefan Reisse nur ein schwacher Trost.

Auch wenn Reisse, eigentlich Trainer der zweiten Mannschaft, nach dem letzten Spiel schon wieder ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen hatte, musste er zugeben: „Es ärgert mich tierisch. Innerlich tut es richtig weh, ich glaube niemand verliert gerne.“ Trotzdem kann er den beiden hohen Niederlagen etwas Positives abgewinnen: „Es ist ein super Lernprozess für uns — gerade für die jungen Spieler.“

Angereist war Inde Hahn mit einer Mixtruppe aus erster und zweiter Mannschaft. Darin eine Ausrede zu suchen, kommt für Reisse jedoch nicht in Frage: „Ja, es ist eine große Anzahl von Leuten, die gefehlt hat, so hoch hätte es trotzdem nicht ausfallen dürfen. Wir wollten guten Fußball zeigen, das hat leider nur teilweise geklappt. Heute mussten wir Lehrgeld bezahlen.“

Aber er sagte auch: „Wir waren hier, um Spaß zu haben, und den hatten wir trotzdem.“ Aus sportlicher Sicht war es ein schwarzer Tag für Inde Hahn. Dass Reisse sein Lächeln aber nicht ganz verloren hatte, lag auch an der Kulisse: „Sowas miterlebt zu haben, ist einmalig.“

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