Erkelenz: Häusliche Pflege überfordert oft die Angehörigen

Erkelenz: Häusliche Pflege überfordert oft die Angehörigen

Die Pflege schwerstkranker Patienten stellt für Angehörige oftmals eine große Herausforderung dar. Doch immer mehr Familien entscheiden sich auch aus finanziellen Gründen für die häusliche Pflege - und geraten dabei auch an ihre persönlichen Grenzen. In solchen Fällen ist es ratsam, sich hilfesuchend an das Erkelenzer Hospiz zu wenden.

„Oft sind pflegende Angehörige auf die Mehrbelastungen, die durch die Pflege daheim entstehen, nur unzureichend vorbereitet”, weiß die Leiterin des Erkelenzer Hospizes, Ulrike Clahsen. Für diese Fälle hat das Hospiz eine Beratungsstelle eingerichtet.

Ingrid Etienne steht den Ratsuchenden täglich von 10 bis 14 Uhr telefonisch zur Verfügung. Wenn Fragen nicht durch ein Gespräch geklärt werden können, wird auch in kurzer Zeit ein Termin vor Ort vereinbart. In Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Pflege werden Schulungen durchgeführt, um den häuslich Pflegenden die Arbeit zu erleichtern.

Das Angebot wird von den Betroffenen auch wahrgenommen. „Viele brauchen nur einen Tipp, um ihre Hilflosigkeit zu überwinden”, betont Clahsen. Andere brauchen letztendlich nur die Bestätigung, dass sie es nicht falsch machen. Doch auch ganz praktische Tipps sind gefragt, zum Beispiel, wie man einen Pflegebedürftigen richtig umbettet oder versorgt.

Das Angebot entstand aufgrund der großen Nachfrage, die sich nach der Fachtagung zur Pflege im Mai vorigen Jahres ergeben hatte. Mit den Tagungs- und Weiterbildungsangeboten will das Hospiz auch die Berührungsängste der Menschen abbauen, die immer noch zum Thema Hospiz und stationäre Pflege bestehen. Die nächste Tagung findet im Mai 2012 statt.

Am 6. Oktober dieses Jahres geht es im Foyer der Stadthalle um ein heikles Thema: „Männertrauer”. Im Erkelenzer Hospiz wurden in den elf Jahren seines Bestehens rund 1300 Patienten auf ihrem letzten Weg begleitet. Derzeit hat das Hospiz neun Patienten. Dienstleistung sind für die Patienten und ihre Angehörigen kostenlos.