Stolberg: Gutenbergschule: Nur in den Bau selbst wird viel Energie gesteckt

Stolberg: Gutenbergschule: Nur in den Bau selbst wird viel Energie gesteckt

Die Grundsteinlegung ist - auf den Tag genau - gerade einmal fünf Monate her, doch schon jetzt braucht es nicht mehr viel Phantasie um sich auszumalen, wie die Gutenbergschule einmal aussehen wird.

Die Baustelle des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) am Rhein-Nassau-Weg ist nicht nur die derzeit mit Abstand größte in Stolberg, sie ist offensichtlich auch eine besonders schnelle.

„Wir sind in der Zeit”, sagte am Dienstag beim Richtfest die erste Dezernentin und Baudezernentin des LVR, Renate Hötte. Eine Aussage, die vor allem Wolfgang Röber gerne hörte, denn zum kommenden Schuljahresbeginn im Sommer 2011 soll in diesen Räumen unterrichtet werden.

Der Schulleiter gehörte gemeinsam mit zahlreichen Kollegen und Schülern zu den Gästen des Festes, bei dem der traditionelle Richtspruch der Zimmerleute dem Bau und all denen, die dort lernen und arbeiten werden, Glück bringen soll.

Und das sind viele, denn der Einzugsbereich der Schule geht weit über Stolberg hinaus. 270 Kinder und Jugendliche aus der ganzen Städteregion, den Kreisen Düren und Heinsberg und sogar aus den Räumen Euskirchen und Viersen besuchen derzeit die Gutenbergschule. Im kommenden Schuljahr sollen es 250 Kinder in 18 Klassen sein.

Der fertige Rohbau lässt es deutlich erkennen: Die künftige Schule verteilt sich auf zwei parallel zum Hang gestaffelte Gebäuderiegel. Verbunden sind diese durch einen Gang mit einem angrenzenden Forum. „Das Forum kann sowohl als Veranstaltungsfläche als auch geschlossene Pausenfläche bei schlechtem Wetter genutzt werden”, sagte Renate Hötte.

Rund 4030 qm Nutzfläche entstehen mit dem Bau, der im März dieses Jahres begonnen wurde und spätestens im August 2011 fertig sein soll. Verwaltung, Küche und Speisaal sowie Räume für die offene Ganztagsschule, an der derzeit 50 der 270 Schüler aus 19 Klassen teilnehmen, befinden sich unten im ersten Gebäuderiegel. Darüber entstehen 18 Klassen- und neuen Gruppenräume.

Der hintere Gebäuderiegel, der in den Hang zur Ritzefeldstraße hin gebaut wird, beherbergt Fachräume, Lehrküche und einen Werkbereich mit Atrium, indem geschützt auch im Freien gearbeitet werden kann. Von der Ritzefeldstraße aus dürfte dieser Teil allerdings kaum als Gebäude erkannt werden sondern sich in die Landschaft einpassen, da seine Dächer intensiv begrünt werden sollen.

20,8 Millionen Euro Volumen

Die Zweifachturnhalle schließt an die Fachräume an und kann, ausgestattet mit einem separaten Eingang, auch außerschulisch genutzt werden. Während sich im oberen Bereich ein Ballspielfeld und ein Schulgarten befinden, entsteht unten noch einen Pausenhof, um den sich das Forum, der Speisesaal und Räume für die Ganztagsbetreuung gruppieren.

Das besondere an dem Bau, in den LVR insgesamt 20,8 Millionen Euro investiert, ist seine ökologische Ausrichtung. Das Gebäude im Passivhausstandard erfülle nicht nur die gesetzlichen Anforderungen zur Energieeinsparung, es liege sogar weit darüber, so Hötte.

Unter anderem sind die Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnungssystemen ausgestattet, geheizt wird in Brennwerttechnik mit niedrigen Systemtemperaturen und auf dem Turnhallendach werden laut LVR eine Photovoltaik- und eine thermische Solaranlage installiert.

So viel Energie, wie derzeit in den Bau investiert wird, soll dessen Betrieb also definitiv nicht verbrauchen. Auch das ist sicher ein gutes Signal am Ttag des Richtfestes.

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