Aachen: Grüttemeier mit Traumergebnis für Wahl zum Städteregionsrat aufgestellt

Aachen: Grüttemeier mit Traumergebnis für Wahl zum Städteregionsrat aufgestellt

Die beiden CDU-Kreisverbände Aachen und Aachen-Land ziehen geschlossen in den städteregionalen Wahlkampf. Mit 98,1Prozent der Stimmen ist am Mittwochabend Dr. Tim Grüttemeier im Aachener Depot als Kandidat im Rennen um das Amt des Städteregionsrats gewählt worden. Insgesamt haben 313 Christdemokraten ihre Stimmen abgegeben, sechs haben gegen den alleinigen Kandidaten Grüttemeier gestimmt.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung“, sagte ein sichtlich gelöster Tim Grüttemeier nach der Versammlung — die erste ihrer Art: Noch nie zuvor haben die Kreisverbände ihren Kandidaten für die Städteregionsratswahl auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung gewählt.

Volles Haus: 324 stimmberechtigte Mitglieder der beiden CDU-Kreisverbände Aachen und Aachen-Land sind am Mittwochabend zur Wahl des Städteregionsratskandidaten Tim Grüttemeier aus Stolberg (Bild links) ins Aachener Depot gekommen. Foto: Andreas Steindl

In seiner kämpferisch vorgetragenen Rede dankte der 37-jährige Jurist Grüttemeier dem amtierenden Städteregionsrat Helmut Etschenberg für dessen Arbeit. Seitenhiebe gingen vor allem in Richtung der Sozialdemokraten.

Etschenberg hatte vor wenigen Monaten seinen Rücktritt zum Ende des Jahres aus gesundheitlichen Gründen verkündet. Die Menschen in der Städteregion hätten Etschenberg viel zu verdanken, betonte Grüttemeier. Etschenberg hinterlasse große Fußspuren, aber auch ein gut bestelltes Haus.

Für sich selbst warb Grüttemeier, indem er seine Erfolge als Bürgermeister Stolbergs hervorhob. So sei es der Stadt gelungen, auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene die Förderkulisse bestmöglich auszuschöpfen. Die Finanzen seien konsolidiert, die Verwaltung modernisiert worden. Er stellte noch einmal klar, dass er auf keinen Fall erneut als Bürgermeister kandidieren werde. „Ich will Städteregionsrat werden, und das ganz oder gar nicht.“ Stolberg sei zu wichtig, um für ihn doppelter Boden zu sein.

Kampf gegen Tihange geht weiter

Grüttemeier betonte, dass er den Kampf gegen die Atomkraftwerke in Belgien fortführen wolle. Der Kandidatin der SPD, Daniela Jansen, warf er vor, sie nehme die Sorgen der Menschen in der Region nicht ernst. Jansen hatte bei ihrer Kandidatenvorstellung gesagt, Etschenberg verfolge in Sachen Tihange eine „Panikstrategie “.

Grüttemeier will die Wirtschaft durch interkommunale Gewerbegebiete stärken, damit auch in Zukunft Projekte wie der Streetscooter in der Städteregion gebaut werden. Auch hier griff er die Sozialdemokraten an: Es sei ein Skandal, wenn die SPD-Verbände Aachen und Eschweiler „völlig ohne Not“ Initiativen zu einer separaten Zusammenarbeit starten, die auch noch von einer „eklatanten Unkenntnis der Sachlage“ geprägt seien.

Beim Thema Mobilität machte Grüttemeier klar, dass er den Ausbau des ÖPNV fördern wolle, sich aber gleichzeitig gegen jede Art von Fahrverboten stemmen werde. „Wir werden auch den Menschen ihren Diesel lassen.“ Alles andere verstoße gegen die Wertevorstellung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Auch wenn Grüttemeier den Kommunen so viel Eigenständigkeit wie möglich zugesteht, warb er doch für ein Ende des sprichwörtlichen „Kirchturmdenkens“. Es sei ein Unding, dass es fast unmöglich sei, sein Kind in einer Kita anzumelden, die nicht am Wohnort ist. „Die Menschen leben nicht nur in ihrer Stadt, das Leben findet in der ganzen Städteregion statt“, so Grüttemeier.

Unterstützung am Rednerpult bekam Grüttemeier unter anderem von den beiden Kreisverbandsvorsitzenden Holger Brantin (Aachen) und Hendrik Schmitz (Aachen-Land) und von Amtsinhaber Helmut Etschenberg. Auch Ministerpräsident Armin Laschet warb für den Stolberger Kandidaten: Grüttemeier habe in Stolberg bewiesen, dass er für das Amt bestens geeignet sei.

Als besondere Herausforderung stellte Laschet heraus, dass man gerade den Bürgern der Stadt Aachen das Prinzip Städteregion noch etwas erklären müsse. Dass die Menschen die Bedeutung dieser Region verstehen, sei besonders wichtig. Um das zu tun, plant Grüttemeier unter anderem Bürgerdialoge, auch in Aachen. „Bei diesen Treffen können mir die Leute Fragen stellen und mich kennenlernen — oder auch ihre Kritik vorbringen.“

Die Wahl des Städteregionsrats oder der Städteregionsrätin findet am Sonntag, 4. November, statt. Neben Tim Grüttemeier gehen Daniela Jansen (SPD), Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) und Albert Borchardt (Die Linke) ins Rennen.

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