Kreis Heinsberg: Grüne nominieren Christoph Stolzenberger für Bundestag

Kreis Heinsberg: Grüne nominieren Christoph Stolzenberger für Bundestag

Der Erkelenzer Kulturmanager Christoph Stolzenberger (48) tritt bei der Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat von Bündnis 90 / Die Grünen im Kreis Heinsberg an. Der Kreisverband der Grünen nominierte seinen Sprecher bei einer Mitgliederversammlung im Lebenshilfe-Bistro Inclusio in Erkelenz einstimmig mit 18 Ja bei zwei Enthaltungen. Gegenkandidaten gab es nicht.

Bevor gewählt wurde, referierte der Landesvorsitzende der Grünen, Sven Lehmann, über die aktuelle politische Lage in Land und Bund. Derzeit, so betonte er, sei eine Unruhe zu spüren, da sich die Gesellschaft im Wandel befinde. Das Phänomen eines erfolgreichen Rechtspopulismus sei in Deutschland noch relativ neu. Mit der erstarkenden AfD werde es aber „salonfähig“. Und zwar so salonfähig, dass die CDU Gedankengut der Rechten übernehme.

„Auch die Sozialdemokraten und die Linken befänden sich auf einem „unklaren Kurs“, Sigmar Gabriel sei ein „unsicheres Irrlicht“. Daraus folgerte er, dass einzig die Grünen derzeit auf Landes- und Bundesebene die Werte des Grundgesetzes verteidigen würden. Politik habe die Aufgabe, Lösungen anzubieten und nicht die Sorgen zu verstärken. Die Bemühungen der Politik müssten bei der Flüchtlingsfrage auf Integration abzielen.

„Wer eine Bleibeperspektive hat, hat auch ein Recht auf Chancen“, betonte er. Auch Europa befinde sich am Scheideweg. Einem Rückfall in nationalstaatliches Denken erteilte er eine klare Abfuhr. „Ohne Europa können die derzeitigen Probleme nicht gelöst werden“, sagte er und fügte hinzu, wie dieses Europa zu sein habe: transparent und demokratisch. Bevor im Bund gewählt wird, stehen im Mai die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen an.

Da sei eine große Koalition zu verhindern, da diese Stillstand und Rückkehr zur „Betonpolitik“ bedeute. Wofür die Grünen stehen, umschrieb Lehmann in Stichworten: Olympiabewerbung von NRW ja, aber ohne „Gigantismus“, Ausstieg aus Kohle und Atomenergie, Länderfinanzausgleich nicht „nach Himmelsrichtungen, sondern nach Bedarf“, ökologischer Wandel des Industrielandes NRW.

Christoph Stolzenberger warnte davor, dass „uns völkische Nationalisten zurück in die Steinzeit katapultieren“ wollten. Die Wut darüber habe ihn zur Bundestagskandidatur bewegt. Seine Kerngebiete seien Kultur und Sport. Da nannte er ein zu überarbeitendes Urheberrecht als ein Stichwort. Im Sport sehe er die Möglichkeit einer schnellen Integration von Flüchtlingen. Den Sportverbänden warf er Versagen bei der Bekämpfung von Doping sowie Zusammenarbeit mit Diktatoren vor.

„Sport und Kultur sind nicht käuflich“, so seine Vorstellung. Die Werte der Gesellschaft müssten verteidigt werden gegen diejenigen, „die Hass und Angst schüren“. Dazu trete er an, „mit Mut statt Wut im Bauch“. Stolzenberger hat das Votum von Kreis- und Bezirksverband für einen aussichtsreichen Listenplatz im Rücken.

(hewi)