Kreis Heinsberg: Großer Bedarf an Fachkräften in der Gesundheitsbranche

Kreis Heinsberg: Großer Bedarf an Fachkräften in der Gesundheitsbranche

Florian Hawig möchte den Beruf des Rettungssanitäters bei der Feuerwehr ergreifen. Soviel steht fest. Dennoch drehte er zusammen mit seinem Mitschüler aus der Klasse 8 der Hauptschule Hückelhoven, Simon Borowski, ein paar Runden entlang der Messestände durch die Festhalle Oberbruch, als die beiden die Frage ereilte, wie es ihnen hier auf der Gesundheitsberufemesse gefalle.

­ Simon Borowski antwortete: „Eigentlich ziemlich gut. Manches kannte ich schon, und anderes habe ich hier neu kennengelernt.“ Florian Hawig konnte sich diesem Urteil nur anschließen, auch wenn der Messebesuch an seinem Berufsziel nichts änderte. Florian Hawig kam auf dem klassischen Weg zu seinem Wunschberuf: Sein Vater ist bei der Feuerwehr tätig.

Allen Unentschlossenen boten sich am Mittwoch auf dieser Gesundheitsberufe­messe an insgesamt 31 Ständen umfangreiche Möglichkeiten zur Information. Vom persönlichen Gespräch mit Vertretern der unterschiedlichsten Berufsfelder über ein breites Angebot an Informationsmaterialien und Seminaren bis hin zu spielerischen Möglichkeiten, Berufe kennenzulernen, fehlte auf dieser Messe nichts.

Gemeinschaftsveranstaltung

Die Gesundheitsberufemesse im Kreis Heinsberg ist eine gemeinsame Veranstaltung der Region Aachen, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, des Jobcenters Kreis Heinsberg, des Kreisgesundheitsamtes und der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. 550 Schülerinnen und Schüler von 15 Schulen aus dem Kreisgebiet besuchten diesmal diese Veranstaltung. Die an der Messe teilnehmenden Unternehmen, Pflegeeinrichtungen und Hochschulen aus der lokalen, aber auch überrregionalen Gesundheitswirtschaft informierten über Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gesundheitsbranche.

Dieter Schmitz von der IKK Classic aus Mönchengladbach hatte festgestellt, dass die Verdienstmöglichkeiten keineswegs an erster Stelle bei den Fragen der Jugendlichen standen. Im Fokus standen Ausbildungsinhalte und -voraussetzungen. Schmitz freute sich über die Schüler, die mit klaren Vorstellungen und Bewerbungsmappen im Gepäck an seinen Stand kamen. Schmitz: „Wir haben heute Morgen schon einem Schüler einen Praktikumsplatz anbieten können.“

Berufsparcours

In einem Berufsparcours mit Fragen und kleineren Aufgaben wurden die Schüler an die Messestände geführt und erprobten ihr Geschick im Umgang mit einem Rollstuhl, prüften die Fähigkeiten ihrer Augen und Ohren und ließen ihre Beweglichkeit und Kraft messen.

Zum Seminarangebot „Karriere in der Gesundheitswirtschaft“ hatte Heidrun Schößler, die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Kollegen aus dem eigenen Haus mitgebracht, die erläuterten, auf welchen Wegen und auch Umwegen sie zu ihrem Beruf im Gesundheitswesen gelangt waren.

Christian Trox, Geschäftsführer des Jobcenters Heinsberg, kam zu dem Schluss, die Messe zeige die ganze Bandbreite der Gesundheitsberufe. Es komme auf die Jugendlichen an, wie sie ihre Berührungspunkte zu den Berufen knüpfen würden. Trox: „Der Fachkräfte­bedarf ist da.“

(defi)
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