Waldfeucht: Gold für Waldfeucht: Hier hat die Dorfwelt noch eine Zukunft

Waldfeucht: Gold für Waldfeucht: Hier hat die Dorfwelt noch eine Zukunft

NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat am Samstag im Bürgertreff in Waldfeucht die Sieger aus dem Rheinland im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” ausgezeichnet, darunter auch die gastgebende Gemeinde selber.

Unter dem Applaus von rund 450 Gästen, angereist aus insgesamt 26 Orten, überreichte er Goldplakette und Urkunde an Keppeln (Kreis Kleve), an Lieberhausen (Oberbergischer Kreis) und schließlich an Waldfeucht. Silber gab es für elf und Bronze für zwölf weitere Dörfer, die sich für den Landeswettbewerb qualifiziert hatten.

Waurichen sicherte sich dabei als Ortsteil von Geilenkirchen nicht nur eine Silberplakette, sondern darüber hinaus auch einen Sonderpreis für Naturschutz der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, den Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Schumacher übergab. Das Dorf habe Besonderes geleistet bei der Erhaltung und Pflege seiner Begrünung, erklärte er. So gebe es neben Hecken hier auch Kopfeichen und Kopfeschen.

In seiner Ansprache hatte der Minister zuvor die rege Teilnahme am aktuellen Wettbewerb gelobt, mit insgesamt 1044 Dörfern in der ersten Runde auf Kreisebene. „Das ist bundesweit eine Spitzenbeteiligung”, erklärte er. Bund, Länder und Kommunen könnten nicht mehr alles leisten, so der Minister weiter. Sie müssten auf das Engagement der Bürger vor Ort bauen. Der Wettbewerb zeige, dass sie dies möglich sei.

Gemeinsinn und ehrenamtliches Engagement seien die Grundlage für das Zusammenleben auf dem Land. „Wenn die letzte Kneipe geschlossen hat, dann liegt es auch an uns, wenn wir nicht reingegangen sind”, so sein Appell für mehr Miteinander im Dorf. „Abends nicht nur die Rollläden runterlassen und vor der Flimmerkiste sitzen, sondern wieder rausgehen und sich unterhalten”, wurde er noch deutlicher.

Als konkrete Aufgabe, die noch gelöst werden müsse, identifizierte er die Verbesserung der Versorgung ländlicher Bereiche mit moderner Informationstechnologie. "Wir leben nicht in einer heilen Welt, das wissen wir alle", erklärte er. "Aber dieser Wettbewerb ist eine gute Grundlage für unsere Dörfer in NRW." Allen mit der Goldplakette ausgezeichneten Orten wünschte er viel Glück für die Beteiligung am Bundeswettbewerb im kommenden Jahr.

In einem Grußwort würdigte Landrat Stephan Pusch den Wettbewerb als "eine gewaltige Bürgerinitiative für den Lebensraum Dorf". Dass Waldfeucht die Ziele des Wettbewerbs erfülle, zeige sich schon im Ort der Veranstaltung, erklärte Bürgermeister Hans-Josef Schrammen. Der Bürgertreff sei ausschließlich in Eigenleistung der Bevölkerung in rund 15.000 Arbeitsstunden errichtet worden. "Unser Dorf hat Zukunft, dafür arbeiten wir", betonte schließlich Heinz Otten, Leiter des Aktionskreises Historischer Ortskern Waldfeucht, in seinem Schlusswort.

Ein Dank ging im Rahmen der Preisverleihung an die Mitglieder der Landesbewertungskommission, der für den Städte- und Gemeindebund in NRW auch Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen angehörte. Den musikalischen Rahmen bestritten drei Waldfeuchter Gruppen: Neben dem Musikverein, der seit 118 Jahren besteht, und dem Männergesangverein, der sich gerade den Titel eines Konzertchores im Chorverbund NRW gesichert hat, waren auch die "Schöppkes" dabei. Sie nehmen das Dorfgeschehen in Mundart musikalisch auf die Schippe. (wo)

Insgesamt sieben Dörfer aus den Kreisen Heinsberg, Düren und Aachen wurden ausgezeichnet:
Gold: Waldfeucht (Kreis Heinsberg).
Silber: Jülich-Barmen (Kreis Düren), Düren-Birgel (Kreis Düren), Simmerath-Einruhr (Kreis Aachen), Heimbach-Hausen (Kreis Düren), Geilenkirchen-Waurichen (Kreis Heinsberg).
Bronze: Eschweiler-Hastenrath-Scherpenseel (Kreis Aachen). Sonderpreise gingen zudem an Waurichen, Hausen, Hastenrath-Scherpenseel und Einruhr.