Erkelenz: „Glückauf” brilliert mit Verstärkung

Erkelenz: „Glückauf” brilliert mit Verstärkung

Es ist seit vielen Jahren Tradition, dass der Werkschor „Glückauf” der Maschinen- und Bohrgerätefabrik Aker Wirth im Spätherbst sein Jahreskonzert im Alten Rathaus der Stadt veranstaltet.

Der Erlös geht an das Hospiz in Erkelenz. In diesem Jahr mussten noch eilig Stühle herbeigeschafft werden - so viele Musikinteressierte, begehrten Einlass. An die 170 Zuhörerinnen und Zuhörer sowie zahlreiche Ehrengäste konnte der Vorsitzende Siegfried Jatho begrüßen.

Das Konzert unter der Führung von Alexandra Hillebrands, die den Männerchor seit zwölf Jahren leitet, begann mit Chorsätzen von Joseph Haydn. Bei dem dreistimmigen Kanon „Ein einzig böses Weib” blieb die erhoffte Mitwirkung des Publikums allerdings nur fragmentarisch. Giacomo Puccini stand dann auf dem Programmzettel.

Aus „La Rondine” ursprünglich eine Auftragsoper, „La Boheme” und „Gianni Schicchi” war Cordula Kautzner gewonnen worden, deren Repertoire als lyrischer Sopran zahlreiche Rollen deutscher, italienischer und französischer Opern umfasst und die bereits in zahlreichen Konzertsälen auftrat.

Auch in Erkelenz glänzte sie mit ihrer brillanten Stimme, die mühelos bis in die auch für Soprane nicht leicht zu erklimmende Höhen reichte. Begleitet wurde sie von Frank Scholzen, der an diesem Abend ein einfühlsamer Pianist war, sonst aber auch als Dirigent mehrerer Chöre tätig ist.

Der Werkschor bot dann „Souliko” des 1992 verstorbenen Schweizer Komponisten Paul-André Gaillard und den Chor der Gefangenen aus der Oper „Nabucco” von Guiseppe Verdi. Im letzten Teil des Konzertes glänzte Cordula Kautzner mit bekannten Operettenmelodien von Franz Lehar „Liebe, du Himmel auf Erden” aus „Paganini”, „Meine Lippen, die küssen so heiß” aus seiner letzten Operette „Giuditta” und Nico Dostals „Ich bin verliebt” aus „Clivia”.

Hier zeigte die Sängerin auch ihr schauspielerisches Talent und erhielt für ihre Darbietung langanhaltenden Beifall. Der Chor steuerte von Felix Mendelsohn-Bartholdy „Sonntag” und „Der Jäger Abschied” bei, ehe zusammen mit der Sopranistin das Ständchen, Opus 135 erklang. Den Abschluss bildete dann die 1874 uraufgeführte Arie aus der „Fledermaus” von Johann Strauß, hervorragend interpretiert wieder von Cordula Kautzner und dem Walzer „Ballsirenen” aus der Lustigen Witwe, mit dem sich der Chor verabschiedete.

Ohne die Zugabe „Lippen schweigen” aus der „Lustigen Witwe”, gemeinsam von Sängerin und Chor entließ das begeisterte Publikum die Akteure nicht. Es gab Blumen und Präsente und einen Scheck über 1500 Euro für das Hospiz.

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