Aachen: Gloria-Gala: AKV bekommt positive Resonanz

Aachen : Gloria-Gala: AKV bekommt positive Resonanz

Anhaltende Freude über eine gelungene Aachener Festsitzung, leichte Enttäuschung über die Einschaltquote im Fernsehen, Zufriedenheit mit der Resonanz der deutschen Zeitungen - so Stimmungslage der Verantwortlichen nach dem närrischen Staatsakt mit Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

„Natürlich habe ich insbesondere mit Blick auf die Strahlkraft der diesjährigen Ritterin Gloria eine bessere Quote erwartet”, sagt Axel Beyer, verantwortlicher Unterhaltungschef des WDR. Allerdings sei der Sonntag Abend auch „ein großer Kampftag” im Fernsehen gewesen.

Immerhin konnte Beyer mit 4,43 Millionen AKV-Zuschauern eine leichte Steigerung um 230.000 gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Ausgerechnet Günter Jauch mit seiner zeitgleichen neuen RTL-Quizshow sorgte für Trost, auch er kam auf „nur” 4,62 Millionen Zuschauer: „Das zeigt, dass die Aachener Festsitzung allemal ein gutes Alternativangebot ist”, so Beyer.

Der Sieger des Fernsehabends von Sonntag war dagegen das ZDF mit seiner neuen Schnulzen-Produktion „Kreuzfahrt ins Glück - Hochzeitsreise nach Hawai”. Im Zweifel seien Spielfilme „in solchen Sendekonstellationen immer im Vorteil”,so Beyer. Zumal in letzter Zeit „alle Karnevalsveranstaltungen im TV Einbußen erleben”. Das seien „Jahr für Jahr Schubbewegungen”.

29 Minuten Überziehung musste Beyer in Absprache mit dem AKV für die Aufzeichnung herausschneiden. Dem fiel unter anderem Heide Simonis zum Opfer, die mit ihrem Frosch-Sketch fünf Minuten zu früh auf die Bühne geschoben worden war.

„Das hat den ganzen Ablauf durcheinander gebracht, plötzlich stimmten die Übergänge nicht mehr”, graut es jetzt noch Programmmacher Manfred Langner, der die TV-Fassung zwar „sehr gut” fand, andererseits aber einräumt, „dass die Stimmung im Saal über das Fernsehen immer nur halb herüber kommt”.

Beyer schwärmt in der Nachbetrachtung insbesondere von Ritterin Gloria („eine gut vorbereitete Rampensau”) wie auch vom Sketch Prinz Charles & Camilla und der Rede von Guido Westerwelle („brillant”). Allerdings sei die gesamte AKV-Produktion im Vergleich „diesmal durchdachter” gewesen.

Gemessen daran, dass AKV-Präsident Horst Wollgarten seine erste Moderation ablieferte, sei er damit nicht unzufrieden gewesen: „Seine Nervosität war doch nachvollziehbar. Aber auch seine Vorgänger hatten keinen Punktstart. Und den Moderator bestimmt der AKV.”

Derweil erhielt die Festsitzung auch in den Printmedien überwiegend positive Resonanz. „Die Veranstaltung an sich ist bisweilen sogar mit beachtlichem Gespür für Hintersinn inszeniert”, ringt sich selbst die FAZ zu einem Lob durch.

Die „Welt” titelte szenisch: „Die schrille Adlige zog während der Antrittsrede den Rock aus.” „Bild” überschlug sich mit der Zeile: „Die Ritter-Gigantin”.