Wassenberg: Gefühlslandschaften auf die Leinwand übertragen

Wassenberg: Gefühlslandschaften auf die Leinwand übertragen

„Artifex-Pingens” nennt Christiane Daum ihre erste Ausstellung im Johanniterstift Wassenberg. Mit dieser Übersetzung aus dem Lateinischen verdeutlicht die sensible Mittvierzigerin, dass es um eine „Malende Künstlerin” geht.

Und eine Künstlerin ist sie in der Tat, die ihre ganz persönlichen Eindrücke und Vorstellungen auf die Leinwand bringt, also Fantasiemomente oder Ideen ohne jede Vorlage. Schon als Kind war sie beeindruckt durch ihre Urgroßmutter, die ihr Farbstiftreste in die Hand drückte. Die kleine Christine malte drauflos, ganz so, wie es ihr die eigene Fantasie eingab.

Das Leben gab ihr später noch oft Gelegenheit, Eindrücke nach eigener Vorstellung und deren Umsetzung. Christine Daum ist ein sehr sensibler Mensch. Ihre besondere Prägung durch die Montessori-Pädagogik und ihre mehrjährige Tätigkeit mit psychisch kranken Menschen, auch ihre besondere Fähigkeit, kreativ mit Kindern zu arbeiten, dienten nicht unwesentlich ihrer eigenen künstlerischen Entwicklung.

So entstanden beispielsweise ihre speziellen Ausstellungen für Kinder, bei denen sie mit farbigen Wollresten die schönsten Bilder „aus Wolle” mit Motiven aus der Unterwelt des Meeres mit Seesternen und anderem See-Getier fertigte, die nicht fantasiereicher entstehen könnten. Gefühlslandschaften wechseln ab mit Gefühlsmomenten unterschiedlichster Art, die den Betrachter zu eigenem Nachdenken anregen. Verschiedene Düsseldorfer Spezialkurse und Ausstellungen in „Haus Hohenbusch” oder bei den Kunsttagen in Wassenberg machten auf die Künstlerin aufmerksam.

Ihre Ausstellung bei den Johannitern ist noch bis zum 20. Februar zu besichtigen zu den Öffnungszeiten im Stift, 02432/493-0.

Die Vernissage, die von Birgit Vasters vom Sozialen Dienst des Hauses begleitet wurde, schloss mit einem Gedicht der Malerin, in dem sie ihre Auffassung von „Kunst” darlegt: „Erinnerungen, gebannt auf Leinwand mit Pinsel und Farbe. Eindrücke und Gefühle sind festgehalten, verblassen langsam. Vergessenheit stellt sich ein - bis dass der Blick erneut fällt - auf die Leinwand.”

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