Städteregion: Geflügelpest: Von Entspannung weit entfernt

Städteregion: Geflügelpest: Von Entspannung weit entfernt

Ein Ende der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Geflügelpest ist nicht in Sicht. Zwar gibt es in der Städteregion weiterhin keinen registrierten Fall. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein, erklärte Dr. Peter Heyde jetzt im städteregionalen Umweltausschuss.

Im Gegenteil: „Die Krankheit ist mittlerweile von Skandinavien über Europa bis nach Afrika virulent.“ Alle Bundesländer außer das Saarland sowie 23 der 28-EU-Länder seien betroffen. „Und wir wissen gar nicht, welche Wildvogelarten mittlerweile infiziert sind, weil manche gar nicht untersucht werden können“, berichtete der Leiter des Veterinäramtes.

Erschwerend kommt laut Heyde hinzu, dass sich das Virus verändert. So sei neben dem bis dato bekannten Influenza-A-Virus H5N8 im Januar erstmals auch der Typ H5N5 in Deutschland festgestellt worden. „Wildvögel sterben daran nicht, können aber Zuchtgeflügel anstecken, für die die Krankheit dann wiederum tödlich verlaufen kann.“ Für den Amtsleiter steht deshalb fest: „Wir müssen mit allen Mitteln die Übertragung von Wildvögeln zur Geflügelzucht verhindern.“

Und damit letztlich auch eine Verbreitung darüber hinaus unterbinden: „Momentan ist das Virus zwar nicht auf den Menschen übertragbar. Aber Viren, die sich koppeln, könnten auch für ihn eine Gefahr darstellen und eine Epidemie auslösen.“ Auch wenn das, so Heyde, der schlimmste anzunehmende und nicht unbedingt ein sehr wahrscheinlicher Fall sei.

Die Stallpflicht für Geflügel wird also bestehen bleiben. „Damit werden wir leben müssen und den weiteren Verlauf der Pest beobachten“, stellte Dr. Peter Heyde klar. Entspannung könnte sich nach Aussage des Veterinärs je nach Wetterlage im Frühjahr oder Sommer einstellen, denn: „Das Virus ist empfindlich gegen Trockenheit und Sonnenbestrahlung.“

(gro)
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