Kreis Heinsberg: GdP im Kreis Heinsberg beklagt Autoritätsverlust der Polizei

Kreis Heinsberg: GdP im Kreis Heinsberg beklagt Autoritätsverlust der Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Kreis Heinsberg hat auf ihrer Jahreshauptversammlung in Oberbruch einen zunehmenden Autoritätsverlust beklagt. Die Zahl der Widerstandsfälle steige ständig, Beleidigungen und Respektlosigkeit seien an der Tagesordnung.

Vorsitzender Lothar Engel konnte zufrieden feststellen, dass der Trend eines Mitgliederrückgangs in Vereinen, Gewerkschaften und Organisationen für die GdP im Kreis Heinsberg nicht gilt. Auf 487 wurde die Mitgliederzahl in diesem Jahr erhöht; der Organisationsgrad beträgt etwa 70Prozent.

Engel beklagte in seinen Ausführungen den Autoritätsverlust der Polizei, der vielerorts festzustellen sei. Die Zahl der Widerstandsfälle steige ständig, Beleidigungen und Respektlosigkeit gegenüber den Vertretern der Staatsmacht erforderten daher die konsequente Anwendung des Rechts. Es werde mehr Personal benötigt. Angesichts einer verfehlten Politik vergangener Jahre mit zu geringen Einstellungszahlen im Verhältnis zu den Pensionierungen sowie angesichts einer wachsenden Aufgabenfülle seien angemessene Veränderung notwendig.

Zum Punkt der Aufgabenzunahme hatte auch Kreisdirektor Peter Deckers in Vertretung des verhinderten Behördenleiters, Landrat Stephan Pusch, Stellung bezogen, als er in seinem Rückblick auf die Arbeit des Jahres 2009 daran erinnerte, dass sie von dem Fall Karl D., des nach seiner Haftentlassung in Randerath lebenden und weiterhin als gefährlich eingeschätzten Sexualstraftäters, gekennzeichnet gewesen sei.

Es sei zurzeit etwas ruhig geworden um diesen Einsatz, er sei aber nicht beendet. Deckers dankte den Bediensteten für das Meistern der Lage und dankte für die Unterstützung durch die Nachbarbehörden. Die Leistungsfähigkeit der Polizei dürfe aber nicht überfordert werden. Immerhin habe jetzt auf breiter Front ein Nachdenken über die Frage eingesetzt, wie mit Sexualstraftätern umzugehen sei.

Als Gastredner stellte der stellvertretende Landesvorsitzende der GdP, Peter Hugo, fest, dass die Organisation in den vergangenen 60Jahren Erfolgsgeschichte geschrieben habe. Die Polizei müsse aber ständig der Gefahr ins Auge sehen und nach Lösungen suchen. Da sei die Einrichtung einer Wach- oder Billigpolizei keine Lösung. „Die Polizei liefert gute Arbeit, dann müssen wir darauf hoffen, dass auch die Politik das tut.”

Auszeichnungen für 25-jährige Mitgliedschaft gingen an Karl-Heinz Aufsfeld-Feiter, Franz-Josef Bongard, Rainer Botschek, Anna Gansweid, Martha Gottschalk und Peter von Birgelen. 40 Jahre dabei sind Karl-Heinz Diecks, Günther Hamacher, Peter Jansen, Karl-Josef Lisges, Hans Plum und Christian Stolz. 50 Jahre Treue zur GdP bewiesen Ernst Arning, Helmut Puderbach, Gerda Rohde und Ferdinand Wittgens.

Den wiedergewählten Vorstand bilden der Vorsitzende Lothar Engel mit seinen Stellvertretern Franz-Josef Bongard, Klaus Labahn und Jürgen Seidler. Die Kasse verwaltet Franz Janßen, vertreten von Leo Krückel und Hans-Josef Dederichs. Schriftführer ist Manfred Thomann, vertreten von Ulrike Zurmahr. Für die Pressearbeit ist Karl-Heinz Frenken verantwortlich.