Gangelt-Schierwaldenrath: Gaumenfreuden auf historischem Gleis der Selfkantbahn

Gangelt-Schierwaldenrath: Gaumenfreuden auf historischem Gleis der Selfkantbahn

Mit gemeinsamen Mottotagen wollen die Selfkantbahn und das neu eröffnete Bahnhofsrestaurant „Gleis 3“ am Bahnhof Schierwaldenrath die Besucher ansprechen, die neben dem Erlebnis des historischen Schienenverkehrs auch die Gaumenfreuden zu schätzen wissen. „Manneken Pis“ lautete das Motto am vergangenen Wochenende.

Das Männlein pinkelt bekanntlich in Brüssel in einen Brunnen, und da Brüssel nicht nur die Hauptstadt Belgiens ist, sondern auch noch eine Hochburg der Genießer, gab dieser Mottotag durchaus Anlass, in der Küche von „Gleis 3“ und im Buffetwagen der Selfkantbahn ein wenig zu zaubern. Die Frage, was Brüsseler und die gesamte belgische Nation besonders zu schätzen wissen, dürfte schnell beantwortet sein: Pommes und Bier.

Lea Fernholz, Antonio Bouzas und das Team von Gleis 3 versorgten die Gäste des Bahnhofsrestaurants beim Mottotag „Manneken Pis“ mit belgischen Spezialitäten.

Belgisches Bier hat es in sich, ein paar Umdrehungen mehr als das deutsche Bier hat das belgische allemal. Und so hatte Helmut Kommans, 2. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr, am frühlingshaften Sonntagnachmittag denn auch lieber auf den Genuss des Kaltgetränks verzichtet. Kommans: „Ich muss heute noch zurück nach Aachen.“

Die Oldtimertreckerfreunde vom Bauernmuseum Selfkant ergänzten den historischen Bahnbetrieb am Bahnhof Schierwaldenrath mit ihren Fahrzeugen.

Zugführer Jesse Latour hatte auch noch kein belgisches Bier im Buffetwagen des Pendelzuges zwischen Gillrath und Schierwaldenrath genossen. Das lag zum einen daran, dass Jesse Latour im Dienst war, und als solcher dem Beförderungsreglement des öffentlichen Schienenverkehrs verpflichtet ist: „Kein Alkohol an der Bahnsteigkante.“

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Zum anderen war aber auch das belgische Bier im Buffetwagen ausgegangen. Fahrkartenknipsen geht ohne Promille eh besser. Und dann musste auch noch der Passagier versorgt werden, der sich ein Ölfleckchen am Beinkleid zugezogen hatte. Alles kein Problem für Jesse. Zwar ist er erst 18 Jahre alt, aber schon zehn Jahre bei der Selfkantbahn ehrenamtlich engagiert. Jesse: „Ich kenne jeden Grashalm an der Strecke.“

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Georg Mosdzien ist 54 Jahre älter als Jesse, aber genauso leidenschaftlich im Ehrenamt für die Selfkantbahn aktiv wie sein jüngerer Kollege. Hinter dem Buffettresen sorgt Georg Mosdzien für alles Nötige, was eben nur machbar ist, wenn das Bierfass leer ist, und hält auch ab und zu mal ein Schwätzchen mit den Fahrgästen.

Familiäre Atmosphäre

Manche Gäste der Selfkantbahn kennen sicherlich auch schon jeden Grashalm an der Strecke, und wissen die familiäre Atmosphäre an den Gleisen zu schätzen. Gleis 3 bietet zu den Mottotagen neben dem belgischen Bier, eine Sorte fließt sogar aus dem Fass, Speisen mit belgischem Ambiente an, Pommes mit verschiedenen Saucen, Waffeln mit Sahne und Waffeln mit Sahne und Vanilleeis und einen Meeresfrüchtesalat.

Belgien liege ja schließlich am Meer, erklärt Antonio Bouzas, der mit seiner Frau Mariam Spors für die Katharina Kaspar ViaNobis GmbH, das Restaurant betreibt. Manche Gäste würden schon gezielt nach den speziellen Speisen und Getränken der Mottotage fragen, hat Antonio Bouzas festgestellt.

Ostern war Gleis 3 eröffnet worden. Immer wieder kommen Gäste, schauen sich die frisch renovierten Gasträume an, die modern eingerichtet sind und viele Details des Bahnhofsbetriebs als schmückende Elemente mit aufgenommen haben. Ein paar alte Koffer in Gepäcknetzen, ein Gleis als Fußstütze am Tresen oder großformatige Fotografien des Dampflokbetriebes an den Wänden sorgen für Bahnhofsatmosphäre ohne kitschigen Beigeschmack. Am Sonntag war die Terrasse gut besetzt. Der Frühling hielt Einzug.

Sehenswerte Traktoren-Oldies

Die Jungs vom Bauernmuseum Selfkant schauten mit ihren historischen Treckern vorbei und boten eine gelungene Ergänzung zum Eisenbahnbetrieb der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr.

Der nächste Mottotag ist der längsten Theke der Welt gewidmet, dann gibt es Altbier — bestimmt vom Fass und auch im Buffetwagen.