Kreis Düren: Fußballcamp: Beim Kicken das Selbstbewusstsein stärken

Kreis Düren: Fußballcamp: Beim Kicken das Selbstbewusstsein stärken

Bankdrücker - alles andere als eine beliebte Position im Fußball, egal, ob bei gestandenen Bundesliga-Profis oder bei jungen Kickern in Dürens Clubs. Für Nachwuchsfußballer, die aus verschiedenen Gründen in ihren Vereinsmannschaften zu kurz kommen, hat der Kreissportbund zum zweiten Mal ein Fußballcamp angeboten.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr sei es nur gut und wichtig, dass wieder ein fünftägiges „Fußballcamp für Bankdrücker” in Düren stattgefunden hat, sagte Florian Blaschyk. Mit zwei Kollegen betreute er die 28 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, die „mit viel Begeisterung am Camp teilnehmen”, wie der junge Trainer betonte.

Zu ihnen gehörte auch Annemarie, die sich entschlossen als einziges Mädchen gegen die Jungs durchsetzt. „Sie hat das toll gemacht”, lobte der Trainer, „ich hätte mir noch mehr Mädchen im Camp gewünscht. Im vergangenen Jahr waren es immerhin drei”.

Konkretes Anliegen des Camps auf der Anlage des Berufskollegs sei es, solche Kinder zu fördern, die in den Vereinen aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit zu kurz kommen. „Wir wollen außerdem Selbstbewusstsein, Spaß an der Bewegung und den Sinn für bewusste Ernährung vermitteln”, formulierte Florian Blaschyk die Ziele der Maßnahme, die mit Unterstützung regionaler Sportverbände und Sponsoren verwirklicht wurde.

„Bei uns bekommt jeder Aufmerksamkeit. Unser Ziel ist es, neben der fußballerischen Fähigkeiten das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken”, sagte Florian Blaschyk, der ein Soziales Jahr beim Fußballverband Mittelrhein (FVM) absolviert hat und dabei verschiedene Trainer-Lizenzen erwarb. Der Sportstudent trainierte die Kinder mit Sandro Bergs und Fabian Jopek.

Stichwort Lob: „Das ist ein zentrales Element der Arbeit hier. Wir geben den Kids viel Bestätigung. Etwas, was sie wegen des manchmal übersteigerten Leistungsgedanken in ihren Vereinen nicht bekommen.” Manch einen Trainer hindere übersteigerter Ehrgeiz daran, sich auch um die schwächeren Kicker zu kümmern, sagte Blaschyk. „Man hat es eben nicht immer mit Wahnsinnstalenten, sondern mit ganz unterschiedlichen Kindern zu tun.” Ganz allgemein sollten sich die Kinder sportlich verbessern und sich mehr bewegen, lautete die Maxime von Florian Blaschyk und seinem Team.

Dabei stand nicht immer der Fußball im Vordergrund. Andere Sportarten wie American Football oder Hockey wurden ebenfalls ausprobiert. Weiteres Ziel war es, ein frühes Gesundheitsbewusstsein zu schaffen. So gab es für jedes Kind eine spezielle Informationsmappe, mit der sie lernen sollen, wie wichtig gesunde Ernährung ist und wie man diese angeht. Dabei ging es auch um grundlegende Dinge, wie Wirkungsweisen von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten. Mit moderner Technik wurden außerdem Schussgeschwindigkeit und Laufstärke gemessen.

Für die eigene Motivation hatten sich die jungen Fußballer obendrein ein Ritual ausgedacht: „Wir sind Nationalspieler”, lautete der selbstbewusste Ausruf, der an jedem Trainingstag zum festen Standard gehörte. Jedes Kind hatte sich zuvor seinen Lieblingskicker aussuchen dürfen, und sich dann von den anderen Campmitgliedern so rufen lassen.

Auch Landrat Wolfgang Spelthahn und die finanziellen Unterstützer des Camps kamen bei einem Besuch in den Genuss des Schlachtrufs. „Das Gemeinschaftsgefühl ist viel wert”, betonte der Landrat, der sich ein weiteres Camp im kommenden Jahr wünscht.

Nach dem Ende des Camps solle die Philosophie hinaus in die Vereine getragen werden, wünschte sich Trainer Florian Blaschyk. „Der Gedanke der Förderung geht ganz klar über das Camp hinaus, damit auch die weniger Talentierten in den Mannschaften den Spaß am Fußball und der gemeinsamen sportlichen Aktivität behalten.” Die Trainer müssten dafür besonders sensibilisiert werden, so der Appell des Campleiters. Auch er hofft auf eine dritte Auflage im nächsten Jahr.