Berlin: Für Emma und ewig

Berlin : Für Emma und ewig

„Ein bisschen für immer”. Das war angeblich eine Hymne der 90er Jahre. Sie klingt immer wieder mal an in der munteren Komödie „Für Emma und ewig”, die am Dienstag (21. Februar, 20.15 Uhr) auf Sat.1 zu sehen ist. Es geht um Liebe, Romantik, Drama und Paartherapie.

„Als wir zuletzt Sex hatten, stand die Mauer noch”, sagt Thomas (Max von Thun), der gerne Luft ablassend auf dem Klo sitzt, während sich seine Frau Emma (Nadja Becker) gerade die Zähne putzt. Schon in der nächsten Ehe-Szene finden sich beide bei der Paartherapeutin Dr. Reitlinger (Paula Lambert) wieder, die ihnen dringend rät, wieder Nähe aufzubauen. Was natürlich für eine Standesbeamtin wie Emma kaum eine Kunst sein sollte - obgleich sie ihre heiratswilligen Paare stets vor den „gefährlichen Gewässern des Lebens” warnt.

Die finden sich bei ihr zu Hause schon genug - denn ihr Gatte schaut lieber auf sein Tablet als auf seine Frau. Und Zuhören fällt ihm noch schwerer. Dann trifft sie völlig unverhofft ihren früheren Schwarm Ben Martin (Pasquale Aleardi) wieder, mit dem sie zwölf Jahre zuvor eine Affäre hatte und der daraufhin den bereits erwähnten Song komponiert hat - doch dann wurde sie von Thomas schwanger. Und nun soll sie ausgerechnet Ben und seine Freundin Julia (Inez Bjørg David) trauen.

Nadja Becker (38, „Schlimmer geht immer”, „Heiraten ist nichts für Feiglinge”) spielt die ebenso lust- und mutlose Beamtin, die die Paare eigentlich eher vergrault als ermuntert, ziemlich überzeugend. Für den Gesang gilt das nahezu genauso - im Film singt sie tatsächlich selbst. „Ich finde, dass uns mit „Für Emma und ewig” ein wirklich sehr schöner Liebesfilm gelungen ist”, sagt sie im Sat.1-Interview. „Obwohl mit Emma, Ben und Thomas drei Personen im Mittelpunkt stehen, ging es für mich vor allem immer um die Liebe zu sich selbst. Ich denke, das ist es, was den Film besonders macht.”

Pasquale Aleardi (45) singt im Film ziemlich gut und übrigens auch im wahren Leben - so stellte er erst vor wenigen Wochen seine Band „Aleardi & die Phonauten” vor. Da verfügt er ganz bestimmt über die Leichtigkeit zum Komponieren, die ihm im Film offensichtlich fehlt. „Das Besondere für mich sind die ehrlichen, emotionalen Töne in diesem Film”, zitiert ihn Sat.1. „Sowie die Message: Es ist nie zu spät, seinem Herzen zu folgen, auch wenn immer eine Menge Mut und Risikobereitschaft nötig ist, um es auch wirklich zu tun.”

Ob das nun auch für Emma und Ben gilt, sei hier nicht verraten - wenngleich es der Titel im Grunde schon verrät. Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache richtig gut und zeigen sich in ihren Rollen beim Nicht-Küssen sehr lange ziemlich standhaft.

Der Film des Autors und Regisseurs Doron Wisotzky („What a man”, „Schlussmacher”) findet hübsche Bilder - auch am Eisbach in München - und zeigt recht anschaulich, wie zwei Beziehungen sich zerlegen und zwei neue entstehen können. Das Kernthema ist klar: Wann weiß man, dass man die Liebe seines Lebens gefunden hat? Vermutlich gibt es sogar mehrere davon, eine jede zu ihrer Zeit - so wie es Reiner Schöne in einer kleinen, aber feinen Szene als Mann zeigt, der bereits zum sechsten Mal heiraten will. Stellt sich umso mehr die Frage: Was ist schon für immer?

(dpa)