GWG-Haus in der Oppenhoffallee: Front gegen Verkaufspläne wächst weiter

GWG-Haus in der Oppenhoffallee : Front gegen Verkaufspläne wächst weiter

Der Widerstand gegen den geplanten Verkauf des GWG-Hauses in der Oppenhoffallee 8 formiert sich weiter. Jetzt hat sich ein Verein gegründet, um weiter für eine sozialverträgliche Lösung zu kämpfen.

Öffentlichkeit herstellen, Unterschriften sammeln und so den bereits angelaufenen Verkaufsprozess stoppen: Das ist das Ansinnen eines Vereins, der sich jetzt gegründet hat, um das Haus an der Oppenhoffallee 8 vor Spekulation zu schützen. Viele der Mieter wurden überrascht von der Absicht der städteregionalen Wohnbaugesellschaft GWG, das Haus  meistbietend zu veräußern (wir berichteten). Der Widerstand formiert sich weiter. Während der Verkaufsprozess angelaufen ist, versuchen die Mieterinnen und Mieter nun im Schulterschluss mit Politik und gemeinnützigen Organisationen, alternative Lösungen ins Gespräch zu bringen und den Verkauf zu stoppen.

 Denn eine kommunale Wohnbaugesellschaft wie die GWG habe schließlich „den Auftrag, transparent und fair kalkuliert günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, heißt es auf einer Unterschriftenliste, die derzeit in Umlauf ist. Doch weder die Bewohner noch die Stadt Aachen hätten eine reelle Chance bekommen, sich als Käufer zu positionieren oder nach anderen Lösungen zu suchen: Ein erstes städtisches Kaufangebot wurde abgelehnt.

 Laut SPD-Ratsherr Mathias Dopatka wird das Haus damit zum Symbol für eine verfehlte Wohnungspolitik. Denn der Verkauf an den Meistbietenden vernichte preiswerten Wohnraum, der in Aachen sowieso schon knapp bemessen sei. Das meinen auch all jene, die sich jetzt dort getroffen haben, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Mit ihm Boot sind neben Parteien wie SPD, Grüne, Linke, Volt, ÖDP und Zukunftsfraktion auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Caritas und die AWO.

  Denn ein gut durchmischtes Viertel finden alle gleichermaßen wichtig. Voller Sorge erinnern die Beteiligten daher an viele Beispiele, die zeigen, wie preiswerter Wohnraum durch Spekulation vernichtet wird. „Und das ist ein schleichender Prozess“, betont Dopatka. Unweigerlich würden weniger gut betuchte Mieter und Mieterinnen an den Stadtrand gedrängt. Das sei gerade auch für ältere Bewohner eine Tragödie, sagt Pflegeexpertin Petra Siemens (SPD).  

Im Fall des Hauses Oppenhoffallee 8 traf die Nachricht vom Verkauf die Mieter aus heiterem Himmel. Rund 20 Jahre sei an dem Zehn-Parteien-Objekt nichts gemacht worden, sagen sie, nun sei der Renovierungsstau möglicherweise so gewaltig, das es die GWG für die beste Lösung halte, das Haus zu verkaufen. Als eines Tages Mitarbeiter der GWG erschienen, um die Wohnungen zu begutachten, freuten sich die Mieter. Da war von Renovierung und Erneuerung die Rede, keineswegs aber von einem Verkauf. 

Die Mieter und ihre Unterstützer richten ihren Appell nun erneut an Städteregionsrat Tim Grüttemeier, der als Aufsichtsratsvorsitzender der GWG ganz besonders in der Verantwortung stehe. „Stoppen Sie den Verkaufsprozess“, heißt es auf der Unterschriftenliste, von der sich die Akteure nun ein Umdenken versprechen: Die GWG solle die Gesprächsangebote der Stadt Aachen ernst nehmen und mit den Bewohnern an einer sozialverträglichen Lösung arbeiten, betonen sie.