Aachen: Frisch gebacken: Jan I. schwingt das Zepter

Aachen : Frisch gebacken: Jan I. schwingt das Zepter

Schon bevor ihm die offiziellen Machtinsignien übergeben wurden, hatten die Nachwuchsnarren ihren neuen Herrscher anerkannt. Während Jan I. (Moreau) auf seinem Thron Richtung Bühne getragen wurde, verbeugten sich die Untertanen artig.

Es könnte natürlich daran gelegen haben, dass sie sich einen ordentlichen Teil der vom neuen Märchenprinzen unters Volk geschaufelten Kamelle vom Eurogress-Parkett klauben wollten. Dabei ist es ja unvermeidlich, dass sich „Bölles” und Boden näher kommen. Wie dem auch sei: Wenig später gab es dann keine Zweifel mehr an der Legitimität von Jan I.

Marcel Philipp setzte ihm die Prinzenmütze aufs nun hoheitliche Haupt, und der Oberbürgermeister feilte schon an der Kompetenzverteilung für die nächsten Wochen: „Du machst alles, was närrisch ist, und ich den Rest. Und Prinz Dirk IV. lassen wir auch ab und zu mal mitspielen.” Der große Narrenherrscher wird sich gefreut haben und gab seinem kleinen Pendant mit auf den Weg: „Genieße es, es ist wunderbar, in Aachen Prinz zu sein.”

Paul Nüssgens konnte das nur bestätigen. Es falle ihm schwer, das Zepter weiterzugeben, gestand der kleine Jeck, der in der vergangenen Session regiert hatte: „Aber als Zeremonienmeister bleibe ich dir ja erhalten.” Dann wandte sich Jan I. mit einer souveränen ersten Ansprache an sein närrisches Volk, und die ersten Prinzenorden verteilte er auch gleich. Und zwar an Papa Johan, Mama Claudia und Schwester Nina.

Mit Moreau bekommt die Kaiserstadt zweifelsfrei einen Märchenprinzen wie er im Buche steht. So einen hätten sie sich schon backen müssen - und das haben sie ja auch getan: Während des Prinzenspiels, bei dem die Schüler der Grundschule Passstraße bewiesen, dass viele Köche nicht zwingend den Brei verderben.

Unter dem Motto „Lichter - Lafer - Löffelstiel; wer net liert, weäd jau senil!” machten sich Miez (Lucy Hirsch), Anton (Paul Meierkord), Rattatui (Lilly Wolter), Koch (Emilian Fuchs) und Bäcker (Michel Biedringo) auf die Suche nach der richtigen Prinzenrezeptur. Die wurde auch gefunden, vorher waren aber kulinarische Fehlschläge zu beklagen. Deswegen bot der Teufel (Moritz Liegmann) seine Hilfe an; die Belohnung bekam er natürlich nicht. In Aachen wird Krippekratz aufs Kreuz gelegt, so gehört sich das.

Zur Tradition des Arbeitsausschusses Aachener Kinderkarneval (Akika) gehört auch, dass eine Märchen-Prinzenproklamation nicht ohne Musik und Tanz über die Bühne geht. Und die Gruppen von KG Eulenspiegel, Öcher Duemjroeve, Horbacher Freunde, Öcher Boerjerwehr, KG Grün Weiß Lichtenbusch und das Neptun-Ballett machten ausnahmslos eine gute Figur. Gleiches gilt für den Kinderchor St. Katharina Forst. Von Frank Sibum am Piano begleitet, sangen sie „Wer einmal in Aachen war”. Das ging ans Herz.

Dann gab es eine weitere tiefe Verbeugung. Vor Akika-Leiter Wolfgang Radermacher. Für seine Verdienste um den Kinderkarneval wurde er mit dem BDK-Orden in Gold geehrt, der zweithöchsten Auszeichnung, die im Fastelovvend vergeben wird.