Auf den Spuren der Römer: Mit Kapelle und Kastell bei Nettersheim

Auf den Spuren der Römer : Mit Kapelle und Kastell bei Nettersheim

Den Römern auf der Spur: Eine Rundwanderung bei Nettersheim führt durch Täler und Quellgebiete. Über den Nachbau einer römischen Brücke kommt man zum Kastell. Aber auch sonst gibt es viel zu entdecken.

Wir starten am Bahnhof Nettersheim und laufen über den Zutendaal-Platz bergauf. Unterhalb der Kirche wandern wir links die Klosterstraße hinab und überqueren den Genfbach. Unser Weg führt links in die Rosenthalstraße. Gleich auf der Ecke können wir in der Bäckerei Zur Römerquelle unseren Rucksack mit Wanderproviant füllen. Man kann sich die Adresse auch für eine Einkehr am Ende der Tour merken, es gibt herzhafte Eifelspezialitäten oder süßes Backwerk.

Wir gehen auf der kaum befahrenen Rosenthalstraße an der Feuerwache vorbei, ignorieren eine Einmündung von links und tauchen unter der Brücke der L 205 hindurch. Hier endet die Wohnbebauung.

An den Wandermarkierungen ist zu erkennen, dass auf unserer Strecke der Eifeler Quellenpfad, der Eifelsteig und der Römerkanal-Wanderweg verlaufen. Links von uns breitet sich der Jugendzeltplatz aus. Etwa auf Höhe von dessen Hauptgebäude sind rechts am Hang die Mannenberghöhlen zu erkennen.

Die römische Brunnenstube Grüner Pütz im Urfttal nahe Nettersheim. Die Eckbekrönungssteine sind mit Medusen- oder Gorgonen- Antlitz verziert, um die Quelle vor bösen Geistern zu schützen. Foto: imago stock&people

Wir setzen den Weg nach links fort, nehmen die Brücke über die Bahnlinie und gehen an der Kreuzung dahinter rechts auf einem Schotterweg durch die Auen Richtung römischer Brunnenstube. An einer Gabelung, an der ein Feldkreuz steht, halten wir uns links und folgen wiederum einem Schotterweg durch den Wald bis zu einem Parkplatz. Dort liegt rechts der Grüne Pütz, das Quellgebiet, aus dem einst der Römerkanal gespeist wurde.

Wir wandern durch das Quellgebiet mit seinen zahlreichen Römerkanal-Resten und einigen Rastgelegenheiten. An einer Kreuzung stoßen wir wieder auf unseren ursprünglichen Weg (er verläuft oberhalb des Grünen Pützes am Parkplatz vorbei). Ab dieser T-Kreuzung – wir halten uns rechts – führt der Weg leicht bergauf, bald wieder bergab und an einer Gabelung links erneut wieder bergauf. An einer Lichtung halten wir uns links und wandern weiter leicht bergauf. Unser Wirtschaftsweg mündet in einen Asphaltweg, dem wir nach rechts folgen.

Zum Matronenheiligtum

Zwei Einmündungen von links ignorieren wir und laufen in einem Rechtsbogen zur K 59. Diese Straße überqueren wir vorsichtig und gehen geradeaus auf einem Wirtschaftsweg durch die Felder. Hinter einer kleinen Stromleitung (eine weitere, größere Stromleitung sehen wir noch vor uns) laufen wir nach links auf einen Antennenmast zu. Linker Hand sind die ersten Häuser von Nettersheim zu sehen.

Wir wandern leicht bergab, queren die L 205 und folgen der K 59 am Straßenrand bis zum Ortseingangsschild von Nettersheim. Rechts von dem Schild gehen wir auf dem Wirtschaftsweg weiter.

Im Herbst staunen wir über die zahlreichen Blüten der zartlila Herbstzeitlosen in den Weiden und Wiesen. Der zunächst asphaltierte Weg führt in einem Rechtsbogen ins Schleifbachtal. Wo der Asphalt endet, machen wir einen Linksbogen zu einer Bank und einer Treppe, die wir hinaufsteigen. Dahinter führt ein schmaler Pfad zwischen Ginster und anderem Buschwerk weiter aufwärts zum Matronenheiligtum Görresburg.

Die Route. Foto: zva/Seelenwandern

Uns fallen Blumen, Steine, Muscheln, Äpfel und andere Geschenke auf, die auf dem Schoß der Matronen und zu deren Füßen liegen. Noch heute werden Matronen als Schutzgottheiten, Fruchtbarkeitsgöttinnen und Lebensspenderinnen geschätzt. Anschließend folgen wir dem Schotterweg zum Ausblick auf den Standort des einstigen Römerorts Marcomagus. In den kommenden Jahren soll die Siedlung an der Römerstraße nach und nach rekonstruiert werden. Die Grundmauern von drei Streifenhäusern und Andeutungen weiterer Gebäude säumen unseren Weg über die abfallende Wiese ins Tal zur Bahnlinie.

Hier verlief zu Römerzeiten die Straße geradeaus weiter, wir müssen zu unserer eigenen Sicherheit einen Umweg gehen, indem wir kurz vor der Bahnlinie links auf einen Asphaltweg abbiegen und ihm bis zu einer Kreuzung folgen, an der wir auf einer Brücke die Bahnlinie sicher überqueren können. Der Asphaltweg bringt uns nach rechts bis ungefähr auf Höhe der Stelle, an der wir die Trasse der Römerstraße verlassen mussten. Hier wurde als Teil des Archäologischen Landschaftsparks eine römische Holzbrücke rekonstruiert, die uns zu einem römischen Kastell bringt.

Wir folgen den Holzpflöcken, die in diesem Bereich den Verlauf der Römerstraße kennzeichnen. Wo sie an einem Schotterweg enden, biegen wir scharf links ab. Eine Infotafel gibt Auskunft zur Eisenverhüttung in der Römerzeit.

Hier ist eine Abkürzung zum Ausgangspunkt in Nettersheim möglich (verkürzt die Wanderstrecke auf 11,5 Kilometer): Wer dem Weg geradeaus folgt, passiert auf dem Rundweg des Archäologischen Landschaftsparks den römischen Steinbruch Steinrütsch, einen Spielplatz, einen Römerweiher, die Werkhäuser und die römische Kalkbrennerei, überquert die Bahngleise nach links und erreicht das Naturschutzzentrum mit Touristeninformation und Shop. Entlang der Urft führt ein Fußweg zurück zum Startpunkt am Bahnhof.

Dieser Nachbau der römischen Brücke bringt den Wanderer zum Kastell. Foto: zva/Seite_146_Nachbau der röm. Brücke am Kastell

Unsere Hauptroute soll uns aber noch zur Ahekapelle ins Genfbachtal führen. Dazu biegen wir nach 80 Metern an dem Wegweiser Genfbachtal 2,5 km rechts ab.

Lichtung mit Picknicktisch

In den Auenwiesen lassen wir uns von den je nach Jahreszeit unterschiedlichen Farbtupfern der Blumen und Kräuter verzaubern. Zwischen Bachaue und Nadelwald wandern wir zu einer Lichtung mit zahlreichen Wegen und einem Picknicktisch. Wir halten uns geradeaus an den breiten, leicht bergauf führenden Forstweg. Nach einem knappen Kilometer ist eine Wegkreuzung erreicht, wir wandern weiter geradeaus Richtung Genfbachtal. Der Weg führt nun leicht bergab. Wir passieren einen Angelteich und ignorieren die von links und rechts kommenden Wege. Auf dem bisherigen Forstweg geht es an einem Stall vorbei bergab.

Im Tal gehen wir an einer Bank noch geradeaus, der Weg ist nun asphaltiert und als Erft­radweg und Wanderweg 13 markiert. An der nächsten Gabelung mit Sitzbank kommt der Jakobsweg (gelbe Muschel auf blauem Grund) hinzu, wir folgen hier dem Verlauf unseres Weges durch eine Linkskurve. An der Mündung des Mühlenbachs wird der Genfbach überquert und wir erreichen die Ahekapelle. Ihren Namen hat sie von der alten Bezeichnung des Genfbachs, der früher Ahe hieß, und ist dem heiligen Servatius geweiht, einem der „Eisheiligen“, dessen Gedenktag am 13. Mai gefeiert wird.

Nach ausgiebiger Besichtigung und gemütlicher Rast gehen wir 50 Meter zurück Richtung Genfbach und biegen an zwei Sitzbänken mit netten Sprüchen rechts Richtung Naturzentrum Eifel ab.

Der breite Weg neben dem Genfbach ist noch weitere 1,5 Kilometer geschottert und führt danach auf Asphaltbelag weiter. Wir wandern nach links über die Bachbrücke und dahinter rechts weiter. So erreichen wir Nettersheim und gehen geradeaus auf der Martinusstraße weiter, die im weiteren Verlauf ansteigt.

An der zweiten Kreuzung geht es links auf der Straße Am Kirchberg zum Vorplatz der

Kirche St. Martinus aus dem Jahr 1784, wo eine Jesusfigur ihre Hände schützend über den Ort Nettersheim hält. Wir passieren die Lourdes-Grotte und erreichen den Kircheneingang. Von dort gehen wir rechts bergab zur Bahnhofstraße und auf dieser links zurück zum Startpunkt am Bahnhof.

Abschluss mit Genuss

Für einen genussreichen Abschluss der Tour bietet sich das Restaurant Freistaat Eifel an, das wir über die Bahnhofstraße und dann rechts die Steinfelder Straße erreichen. Hier huldigt man der „Neuen Eifeler Landküche“, die kreativ, köstlich und regional ist.

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