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Ungewöhnliches Biopic „Tesla“ mit Ethan Hawke: Unter Strom

Ungewöhnliches Biopic „Tesla“ mit Ethan Hawke : Unter Strom

Das Duell der beiden großen Erfinder und Entwickler Edison und Tesla setzt sich nun auch im Kino fort: Nach dem eher konventionellen „Edison“ mit Benedict Cumberbatch, der vor ein paar Wochen dem Visionär Tesla nur eine Nebenrolle gab, spielt Ethan Hawke nun diesen grandios Gescheiterten.

Die Geschichte bleibt in „Tesla“ die gleiche Auseinandersetzung zwischen Gleich- und Wechselstrom, mit grausamen Tierexperimenten und der ersten Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl. Allerdings wird dieser Film des innovativen US-Regisseurs Michael Almereyda („Hamlet“ 2000, „Nadja“ 1994) dem Geist des kroatisch-amerikanischen Erfinders Nikola Tesla (1856-1943) wesentlich besser gerecht.

Der Streit zwischen dem gefeierten Erfinder Thomas Edison („Twin Peaks“-Ikone Kyle MacLachlan) und dem jungen, bei ihm angestellten Ingenieur Tesla um 50.000 Dollar endet damit, dass sich beide Eishörnchen ins Gesicht drücken. Oder doch nicht – wirft die Erzählerin ein, die anhand der Treffer bei Google die Popularität der Genies vergleicht.

„Tesla“ zeigt immer wieder Dinge, die so sicher nicht passiert sind. Darin, im Irrealen, im Fantastischen und im Mutigen, ist dieser Film tatsächlich sehr Tesla. Am Ende, wenn sich Teslas Entwicklungen immer mehr von der Machbarkeit entfernen, tritt auch im Film alles für die reine Idee, die pure Vision zurück: Der Hintergrund wird zu einer Projektion, zur Staffage.

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Die ungewöhnlich inszenierte Biografie „Tesla“ ist im Duell der großen Erfinder-Biopics die interessantere, hervorragend gespielt von Ethan Hawke in der Titelrolle als geschäftsunfähiger Visionär.

„Tesla“ (USA 2020), Regie: Michael Almereyda, mit Ethan Hawke, Kyle MacLachlan, 96 Min., FSK: ab 0

Aachen, Apollo

Düren, Lumen