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The Song of Names handelt von Freundschaft und Musik

„The Song of Names“ mit Tim Roth : Eine verlorene Jugenfreundschaft im Krieg und die Liebe zur Musik

„The Song of Names“ von Regisseur François Girard handelt von einer Jugend im Zweiten Weltkrieg und einer verlorenen Freundschaft, die auch nach Jahrzehnten nicht loslassen will. Begleitet wird der Film von der Hingabe zur Musik.

„Guten Abend! Ich hoffe, es hat Ihnen nichts ausgemacht, 35 Jahre zu warten.“ Dovidl Rapoport (Clive Owen), der exzellente Violinist, der sein Publikum so begrüßt, ist keiner, der sich entschuldigt. Das weiß vor allem sein Freund und Ziehbruder Martin Simmonds (Tim Roth), der ihn 35 Jahre lang gesucht hat, nachdem Rapoport 1951 sein erstes großes Konzert ausfallen ließ und verschwand. Nachdem Martins Vater den jüdischen Jungen aus Polen noch vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs in London unter seine Fittiche und in seine Familie aufnahm. Das arrogante Wunderkind nannte da seinen zukünftigen Ziehbruder erst einmal jiddisch verkleinernd Martele. Aber bald wurden sie Freunde. Bis zu Rapoports großem Verschwinden...

Die obsessive Suche nach dem alten Freund und Zieh-Bruder Dovidl wird zufällig von einem Manierismus mit dem Geigenbogen ausgelöst, den ein Schüler eines Schülers von Rapoport übernommen hatte. Sie führt Martin nach Warschau und New York auf der Spur eines Rätsels, dessen Lösung 35 Jahre auf sich warten lässt - und die Hälfte eines langen Films. Doch die erschütternde letzte halbe Stunde belohnt dafür mit dem titelgebenden „The Song of Names“ als Erklärung. Dem Lied aller Namen der in Treblinka ermordeten Juden, das fünf Rabbis zum Angedenken fünf Tage lang singen. Dies ist - im Gegensatz zum realen Requiem von Django Reinhardt - zwar nur eine Idee aus dem gleichnamigen Roman von Norman Lebrecht, aber ein starkes Bild und ein glaubwürdiger Antrieb für den ungewöhnlichen Lebensweg von Dovidl Rapoport.

Regisseur François Girard, der hier nach „Die rote Violine“ und „Der Chor - Stimmen des Herzens“ wieder einen Musikfilm routiniert mit historischen Parallel-Geschichten inszeniert, wiederholt sich stilistisch etwas mit dem gleichen warmem bis goldenem Licht. (Sein avancierter „32 Variationen über Glenn Gould“ entstand vor 27 Jahren.) Doch vor allem Tim Roth füllt die Routine mit zurückhaltend und doch intensivem Spiel. Die lange Suche lohnt sich schließlich auch für seinen Martele.

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The Song of Names Kanada, Ungarn 2019 Regie: François Girard, mit Tim Roth, Clive Owen, Catherine McCormack 113 Min.

Aachen: Eden-Palast:

Düren: Lumen