Figurenklamotte „Playmobil“: Plastikpuppen stolpern durch die Handlung

Figurenklamotte „Playmobil“ : Plastikpuppen stolpern durch die Handlung

Schon beim „Lego Movie“ erwartete man das Schlimmste. Doch der war richtig gut und umwerfend komisch. Nun werden alle Erwartungen erfüllt: der „Playmobil“-Film ist richtig schlimm.

Während beim Lego-Film die Abenteuer des Bauarbeiters Emmet wie selbstverständlich abliefen und diese - digital perfekt animierte - Welt einfach als gegeben angesehen wurde, wird bei Playmobil ausführlich eine Rahmen-Geschichte konstruiert.

Und die ist keineswegs originell: Das ganze Familien-Gedöns um zwei arme Waisenkinder, die den Verlust der Eltern verarbeiten müssen, stört eigentlich nur. Denn es ist klar, dass Marla und ihr jüngerer Bruder Charlie in ein animiertes Playmobil-Museum eingesaugt werden.

Und, einmal hier angekommen, nach ein paar Problemen mit den unbeugsamen Armen und Beinen, fällt dem Film nichts anderes ein als eine Schlacht. Dabei ist der kleine Charlie ein tapferer Wikinger und Marla ist ... Marla. Wenn das nicht bald eine Sexismus-Stelle verbietet!

Die Sache mit den Armen und Beinen erledigt sich übrigens nach ein paar Minuten: Plötzlich lassen sie sich doch ganz normal bewegen, also nicht mehr steif wie bei den echten Playmobil-Figuren. Steif und mühsam stolpert nun allerdings die Handlung von einer Welt, sprich: Verkaufskarton, in die nächste Werbeeinblendung. Western, Jurassic Parc, römisches Kolosseum.

Hektisches Rennen und Schreien sind Hauptbestandteile dieser filmischen Katastrophe. Wenn man sich so richtig veralbert fühlt, fangen die Figürchen auch noch an zu singen. Ein paar Film-Genres werden durchgespielt, dabei gibt es so gut wie keine Entwicklung der Figuren.

Vor allen Dingen in den Texten zeigt sich, dass der Playmobil-Film im Vergleich zur Lego-Konkurrenz um den Faktor 5-10 reduziert ist: Weniger witzig, viel weniger geistreich, keine Pop-Zitate... Das Ganze sollte als Plastik-Müll schnell im Gelben Sack entsorgt werden.

Frankreich, BRD 2019 (Playmobil - The Movie). Regie: Lino DiSalvo. 100 Min. FSK ab 0.

Aachen: Cinekarree

Alsdorf: Kinopark

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

Heinsberg: Roxy

Originalversion:

Heerlen: Quatro4

Kerkrade: Vue