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„Milchkrieg in Dalsmynni“: Große Themen in kleiner Geschichte

„Milchkrieg in Dalsmynni“ : Große Themen in kleiner Geschichte

In der isländischen Provinz gärt es: Die Milchbauern, deren Höfe hoch verschuldet sind, kommen auf keinen grünen Zweig. Schuld daran hat vor allem auch die örtliche Genossenschaft. Eine Frau aber will das nicht mehr länger hinnehmen.

Nachdem ihr Mann mit dem Laster verunglückt, muss Inga in der isländischen Provinz nicht nur alleine mit ihrer kleinen, hochverschuldeten Milchfarm zurechtkommen.

Sie widersetzt sich auch über Facebook der Genossenschafts-Mafia, der lokalen Kooperative, welche die Bauern drangsaliert. Dazu erfährt Inga, dass beim Unfall ihres Mannes Selbstmord vermutet wird. Er spionierte für die Genossenschaft und verriet abtrünnige Bauern, um seinen eigenen Hof zu retten.

Der Titel „Milchkrieg in Dalsmynni“ ist das packendste an diesem in jeder Hinsicht behäbigen Film: Die Situation Ingas wird recht dröge dargelegt. Irgendwann versprüht sie die Milch in einem einsamen Protest mit dem Gülle-Wagen. Und nachts wollen die Handlanger der Kooperative ihre Fenster einschmeißen. Aber verglichen mit der isländischen Öko-Kämpferin in „Gegen den Strom“ ist das hier purer Winterschlaf.

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Vielleicht stehen große Themen von einem Umbruch hinter der kleinen Geschichte, aber die lassen sich höchstens erahnen. Selbst als ihr Widerstand Nachfolger findet und man eine neue Kooperation will, passiert das nicht besonders dynamisch. Für das Eintrittsgeld sollte man besser Milch direkt beim Bauern kaufen.

Island, Dänemark, Deutschland, Frankreich 2019 (Heradid) Regie: Grímur Hákonarson, mit Arndís Hrönn Egilsdóttir, Sveinn Ólafur Gunnarsson, Sigurður Sigurjónsson 92 Min. FSK ab 6

Aachen: Apollo