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„Die schönsten Jahre eines Lebens“: Erinnerungsspiel im Altersheim

„Die schönsten Jahre eines Lebens“ : Erinnerungsspiel im Altersheim

Allein dieses Wiedersehen ist voller herzzerreißender Romantik: Die alte Dame Anne (Anouk Aimée) besucht den ehemaligen Rennfahrer und Frauenheld Jean-Louis (Jean-Louis Trintignant) im Altersheim. Der erkennt sie nicht mehr, obwohl ihre große Liebe zwei Filme füllte.

Vor 53 Jahren lernten sie sich in Claude Lelouchs erstem Film „Ein Mann und eine Frau“ als alleinerziehende Singles kennen. Einen zweiten Versuch des Zusammenkommens gab es in „Ein Mann und eine Frau - 20 Jahre später“.

Nun erinnert Jean-Louis nur die Stimme von Anne an eine Frau, die er einst liebte. Nicht dass es von denen zu viele gab, ist sein Problem. Der demente Mann erinnert sich nur noch fragmentarisch und wirr. Was das Wiedersehen nicht nur traurig macht. Denn Anne erfüllt seinen Wunsch, einfach abzuhauen. In ihrem alten 2CV düsen sie in die Normandie, um wieder verbotenerweise über den Strand von Deauville zu fahren. Wie einst mit seinem Mustang - wenn es nicht nur ein Traum ist...

„Die schönsten Jahre meines Lebens“, dieses Erinnerungsspiel im Altersheim des 80-jährigen Claude Lelouch in seinem 49. Film, mengt viele bewegende Szenen aus den beiden Vorgänger-Filmen unter die Besuche Annes; alles begleitet von emotionalen Chansons.

Unter Langzeit-Filmgeschichten wie Linklaters „Before ...“-Trilogie mit Julie Delpy und Ethan Hawke nimmt Lelouch auch eine Sonderstellung ein, weil „Die schönsten Jahre eines Lebens“ die Geschichte der beiden Liebenden kaum weitererzählt. Er ist Erinnerung an eine Liebes-Geschichte und Schwelgen in Film-Geschichte. Letztlich löst sich die Handlung wunderbar im Erinnern und Schwelgen auf - ein Genuss

Frankreich 2019 (Les plus belles années d'une vie). Regie: Claude Lelouche mit Anouk Aimée, Jean-Louis Trintignant, Marianne Denicourt 90 Min.

Aachen: Apollo

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

Originalversion:

Heerlen: Quatro4